
Head over Heels
Teil 1
Die Kerze war fast vollständig heruntergebrannt und ihr letztes, sterbendes Licht verbreitete sich flackernd in dem dunklen Zimmer. Es gab hier oben keine Heizung und die Kälte der Nacht war durch die Mauern des einst so prächtigen Hauses gekrochen, verteilte sich in den Fluren und Räumen, so dass jeder Atemzug einen dünnen Schleier vor die Lippen rief.
Hank Summers spürte sie nicht.
Seit dem frühen Abend hatte er sich mit einer angebrochenen Flasche Gin
zurückgezogen und starrte sinnend auf sein leeres Gas, welches im Schein des
brechenden Kerzenlichtes funkende Muster auf seiner Hand widerspiegelte.
Alt war er geworden, alt und schwach. Der einst so prächtige
Hof war bankrott gewirtschaftet. Die letzten noch wertvollen Gegenstände waren
verkauft und bis auf ein paar Möbel war ihnen vorerst nichts geblieben. Seit
zwei Jahrhunderten war das Gut in ihrer Familie gewesen und in nur knapp einem
Jahrzehnt war es den Bach herunter gegangen. Falsche Geldanlagen, Inflation und
schlechte Geschäfte hatten ihn schließlich in den Ruin getrieben und
nachdenklich schaute er in das sterbende Licht der Kerze auf dem kleinen
wackeligen Abstelltisch.
Seit dem Tod seiner Frau vor
neun Jahren war jede Lebensenergie in ihm erloschen. Seine Arbeit hatte er
aufgrund seiner Krankheit an den Nagel hängen müssen und nun war er am Ende
angelangt. Demnächst waren wieder Steuern für das Grundstück fällig und jede
auch noch so kleine Reserve war aufgebraucht. Sogar den Schmuck seiner Tochter,
ein Erbe ihrer Mutter, hatte er zum Pfandleiher bringen müssen.
Er war ein Versager…
Soviel hatte er sich damals bei ihrer Geburt für sie ausgemalt.
Studieren sollte sie, ferne Länder bereisen, ein gutes Leben haben und was
daraus geworden? Sie hatte einen gewaltigen Teil ihrer Jugend damit vergeudet
ihren depressiven Vater zu betreuen… Kaum hatte er den Gedanken zu
Ende gebracht, da öffnete sich auch schon die Tür mit einem leisen Quietschen
und ein blonder Schopf streckte sich suchend durch den Spalt.
„Pa? Hier ist es ja eiskalt!
Hast du deine Tabletten schon genommen? Du musst ins Bett.“ Wie immer war Buffy
liebevoll besorgt und legte ihre Hände auf seine Schultern.
„Was machst du überhaupt hier?“
Fragend sah sie sich im Dämmerlicht um.
Es gab nichts in diesem Zimmer,
außer einem von Motten zerfressenden Ohrenbackensessel und einem morschen
Abstelltisch. Die einst bunt gemusterte Tapete war grau und hing an den
Zimmerecken schon traurig in Streifen herab und die Fenster waren beinahe
blind, da sie schon seit Monaten keinen Lappen mehr gesehen hatten.
Die obere Etage war eigentlich
nicht mehr bewohnt, denn schon vor Jahren waren sie in die letzen drei
bewohnbaren Räume gezogen, welche im Prinzip aus einer kleinen Wohnküche und
zwei Schlafzimmern bestanden. Besuch bekamen sie schon lange nicht mehr.
Die wenigen Verwandten lebten
weit entfernt und schämten sich außerdem für einen psychisch labilen
Familienangehörigen. In der angrenzenden kleinen Stadt kannte man zwar die
Summers, allerdings rankten sich die merkwürdigsten Gerüchte um die beiden
letzten Bewohner des einst so schönen Herrenhauses. Und so wurde die kleine
Buffy meist nur neugierig begafft wenn sie einkaufen ging, um sofort hinter
ihrem Rücken weiterzutuscheln.
Sogar in der Schulzeit war sie
ein Einzelgänger gewesen. Der frühe Tod ihrer Mutter und die Sorge um den
kranken Vater, hatten aus dem einst fröhlich lebenslustigen Kind eine ernste
junge Frau werden lassen, auf deren Schultern die ganze Verantwortung lag.
Nicht einmal einen vernünftigen Beruf hatte sie lernen können. Zu früh waren
die Geldreserven verbraucht gewesen um eine Pflegerin für ihren Vater zu
bezahlen. Die Krankenversicherung war nur auf das Nötigste beschränkt und so,
war es an ihr gewesen sich um den Kranken nach ihrer Schulzeit zu kümmern.
Sie war erst 12 gewesen als ihre
Mutter von ihr gegangen war. Viel zu früh um die Last zu tragen, aber sie war
stark gewesen, hatte kaum Zeit gehabt lange zu trauern, denn ihr Vater
benötigte alle Aufmerksamkeit. Manchmal, in ihren Träumen, sah sie sie noch mit
ihr im Garten spielen, roch ihren typischen Veilchenduft und winkte ihrem Vater
zu , der von der Arbeit gekommen war und glücklich auf
sie zukam und zärtlich umarmte.
Sie hatte Hank inzwischen
hinunter gebracht und fürsorglich eine Decke um die Schultern gelegt. Sie
mussten Geld sparen, also war nur die winzige Wohnküche beheizt, aber die Kälte
zog trotzdem durch die Mauern, die dringend einer Renovierung bedurften. Der
Teekessel dampfte auf dem altersschwachen Herd, ein Überbleibsel aus einem anderen
verlassenen Teil des Gebäudes, was einst eine Großküche gewesen war. Mit
bestimmendem Blick reichte sie ihm ein Glas mit Wasser und ein paar Tabletten,
die gegen seine Gemütsschwankungen helfen sollten, aber sie wusste, dass ihr
Vater eigentlich eine vernünftige ärztliche Betreuung brauchte, eine Kur oder
ein Sanatoriumsaufenthalt. Nur weigerte er sich standhaft, dass seine Tochter
irgendeinen billigen Job als Kellnerin annahm, geschweige denn das Haus endlich
zu verkaufen.
Natürlich kannte sie die Geschichte
und irgendwo hing sie ebenso an diesem alten Gemäuer, in dem schon Generationen
vor ihr gelebt hatten. Und sie war sich auch klar darüber, dass sie selbst mit
zwei Jobs niemals das Geld aufbringen konnte um ihrem Vater die nötige
Behandlung zukommen zu lassen.
„Clearwater darf niemals in
fremde Hände gelangen“ hörte sie ihren Vater hinter sich sprechen, als wenn er
ahnte wohin ihre Gedanken gingen und sie fühlte sich ein wenig an den Film ‚Vom
Winde verweht’ erinnert. Doch dies war nicht Tara, sie lebten im 21.
Jahrhundert, auch wenn die Zeit an ihnen vorbeigerauscht zu sein schien.
Ihr einziger Fernseher hatte
schon vor Monaten sein elektronisches Leben ausgehaucht, einen Computer hatte
sie nie besessen und außer einem Radio gab es kaum etwas in diesem Haus, von
dem sie etwas von der Außenwelt erfuhr.
Ihre wöchentlichen Besuche in
der typisch amerikanischen Kleinstadt beschränkten sich auf Einkäufe und den
obligatorische Gang zur Bank. Die Hypothek, die auf dem Gebäude lag, war eh
schon weitaus höher als der Wert des Grundstücks und an manchen Tagen drohte
selbst eine Buffy Summers daran zu verzweifeln.
„Ich habe heute Everett
angerufen…“ Erstaunt ruckte ihr blonder Kopf in die Höhe und sie starrte ihren
Vater überrascht an.
„Deinen alten Schulfreund? Du
erzähltest mir doch, er lebt in Sunnydale, ist doch schon vor vielen Jahren
hier weggezogen…“
Sie kannte alle alten
Geschichten von ihm. An guten Tagen erzählte er wie ein Wasserfall aus
vergangenen Zeiten und sie liebte es ihm zuzuhören, wenn er aus einer Zeit
berichtete, wo er so alt gewesen war wie sie jetzt und ihre Mutter kennen
lernte.
Traurig nickte Hank und schielte
vorsichtig zu seiner Tochter, die den dampfenden Kessel vom Herd nahm um die
großen Becher mit der heißen Flüssigkeit zu füllen.
„Ja, er war dort verheiratet,
ist aber inzwischen geschieden.“
Buffy nickte zu den Worten und
schob ihm einen der Becher in die Hand.
„Weißt du, er versucht eine
eigene kleine, sehr exklusive Hotelkette zu eröffnen und sucht noch geeignete
Objekte.“
Beinahe verschluckte Buffy sich
an dem Tee und prustete hustend los.
„Du hast doch nicht vor
Clearwater zu verkaufen?“ Erstaunt zwinkerte sie und schüttelte energisch den
Kopf.
„Nein… aber er hat mir einen
anderen Vorschlag gemacht.“
Fragend wartete sie weiter auf
eine Erklärung, doch Hank schien mit seinen Gedanken schon wieder weit weg zu
sein.
„Pa?“
In seine Augen kam wieder Leben
und er schüttelte kurz seinen ergrauten Kopf, als wenn eine große Bürde auf ihm
lasten würde.
„Nun, er ist natürlich sehr
daran interessiert. Das Haus wäre ideal als Hotel. Die ländliche Gegend, gute
Luft, weit reichende Wandergebiete. Ich hab ihn von unserer Situation erzählt
und auch, dass Clearwater in der Familie bleiben soll … weißt du, er hat zwei
Söhne in heiratsfähigem Alter.“
Der Becher mit dem Tee rutschte
ihr aus der Hand und zerbarst auf dem billigen Linoleum, Flüssigkeit breitete
sich unter ihren Füßen aus und verteilte sich dampfend auf dem Küchenboden.
„Schatz, ich weiß dass ich das
nicht von dir verlangen kann, aber sein Angebot ist verlockend. Er würde mich
in einem erstklassigen Sanatorium unterbringen. Die Hypotheken bezahlen und das
Haus würde ja trotzdem in der Familie bleiben, da du es ja praktisch als
Mitgift bekommst.“
Er sah zu, wie Buffy mit einem
Putzlappen die Bescherung beseitigte und zog seine Füße ein wenig beiseite,
damit sie besser wischen konnte. „Natürlich kann ich das nicht von dir erwarten Kindchen. Nicht
nach all der Zeit, aber…“
Sie schob die letzten Scherben
auf ein Blech und sah zu Hank herauf, der den Satz nicht zu Ende gebracht
hatte.
„….Aber es klingt sehr
vernünftig Pa.“
Erstaunt zwinkerte der alt
gewordenen Mann und blinzelte zu ihr herunter.
Mit zusammengebissenen Zähnen
wischte sie den Boden wieder sauber und nickte zustimmend. Nein, es war ein Licht am Horizont für ihren Vater… Auch in diesem
fortschrittlichen Zeitalter wurden noch Vernunftehen geschlossen und ehrlich
gesagt, war dies sogar die Lösung aller Probleme…auch wenn ihr bei dem
Gedanken schlecht wurde…
Sunnydale, nächster Tag
„Hast du einen Knall?“ Wütend
schleuderte William seinen Helm in eine Ecke und trat mit geballten Fäusten auf
seinen Vater zu, der ihm soeben einen, wie er meinte ‚grandiosen Vorschlag’
gemacht hatte, kaum das er das Haus betreten hatte.
„Warum, Dad hat Recht. Soweit
ich aus diesen Unterlagen erkennen kann, ist das Haus eine Goldgrube für uns…“
„Das war ja sooo klar, dass du
wieder zu ihm hältst, Liam.“ Zynisch sah William seinen älteren Bruder an und
schob sich genervt die Finger durch die blond gebleichten Haare.
„Hallo? Wir leben nicht mehr im
Mittelalter! Heiraten wegen einer alten Hütte, bei euch piept’s!“
Zur Verstärkung seiner Worte
tippte sich William noch einmal mit dem Zeigefinger an die Stirn und schälte
sich dann erst einmal seiner Motorradjacke um sie dann achtlos zu dem Helm zu
werfen.
Wütend musterte er seinen Vater,
der ihn beinahe gleichgültig dabei zusah und mit Liam bedeutungsvolle Blicke
wechselte.
„Du solltest dir das hier erst
einmal ansehen mein Sohn, dann kannst du immer noch nein sagen.“ Dabei tippte
er auf einige Unterlagen, die auf dem wertvollen Flurtischchen neben ihm lagen.
Augen rollend und wissend, dass
sein Vater nicht eher ruhen würde, bis er es sich angesehen hatte, griff
William nach den Unterlagen und blätterte missmutig durch das Papier, um kurz darauf mit einem anerkennenden Pfiff,
die Dokumente seinem Vater zu reichen.
„Nicht schlecht, aber nein
danke. Wenn Liam sich meistbietend verkaufen will, kann er das gerne tun. Ich
hab keine Lust auf eine kleine hässliche Landpomeranze, egal was sie einbringen
würde, also lasst mich dabei aus dem Spiel.“
„Woher wusste ich nur, dass er
das sagen würde?“ Grinsend zuckte Liam mit den Schultern und zog sich in den
hinteren Teil des Hauses zurück, wo Giles, der Hauswirtschafter, bereits zum
Essen geläutet hatte.
Wenige Minuten später saßen sie
zu dritt an dem für mindestens 20 Personen ausgelegten Esstisch und
diskutierten immer noch über die Möglichkeiten, die Clearwater ihnen bringen
konnte.
„Nun, ich habe das Mädchen
eingeladen einige Zeit bei uns zu verbringen. Dann könnt ihr euch immer noch
entscheiden Jungs. Laut Hank ist sie übrigens ausgesprochen hübsch, die
Kleine…“
„Na klar. Tante Hattie findet
Cousine Carolin auch entzückend“ grummelte William, der in der Familie aufgrund
seiner spitzen Zunge allgemein ‚Spike’ genannt wurde.
Vor seinem inneren Auge
materialisierte sich das Bild besagter Cousine und es schüttelte ihn bei dem
Gedanken an blau gesträhnte Haare, mindestens 70 Pfund Übergewicht und einem
Überbiss, der jeden Kieferorthopäden einen Neuwagen einbringen würde.
„Überhaupt, was ist das für ein
Name … Buffy.“
Er kicherte und wurde mit einem
strafenden Blick seines Bruders bedacht.
Obwohl sie Brüder waren, hätten
die beiden nicht unterschiedlicher sein können.
Liam, war der ältere und größere
von den beiden. Er war immer der bessere Schüler gewesen, hatte in Yale
studiert und natürlich als Klassenbester abgeschnitten. Sein Benehmen war stets
korrekt, höflich und auch sein Erfolg in der Firma ihres Vaters war
unumstritten.
Spike hingegen war stets der
Rebell gewesen. Mit Ach und Krach das College absolviert um dann eine nicht
gerade mit Erfolg gekrönte Karriere bei Motorradrennen zu beginnen und aufgrund
eines bösen Unfalls wieder abzubrechen.
Danach war er eine Weile in der Welt herumgetrampt
um, wie er sagte ‚sich auszuleben’ und nun war er schon seit fast einem Jahr
wieder daheim.
Er verbrachte seine Zeit damit
an seinem Mottorad herumzuschrauben und manchmal tagelang in Bars herumzulungern
um Partys zu feiern. An Geld mangelte es, dank seinem Vater natürlich nicht,
was ihm sein Bruder natürlich beinahe täglich unter die Nase rieb.
Bei geschäftlichen Empfängen im
Haus liebte er es als einziger in zerrissenen Jeans und neuerdings blond gefärbten
Haaren die ‚Bessere Gesellschaft‘ zu schocken und tat auch sonst möglichst
alles um nicht in das typische ‚Sohn aus gutem Hause Bild’ zu passen.
Everett fand sein Benehmen zwar
nicht passabel und war geschockt über das Auftreten seinen
Sohnes, aber er liebte seine Jungs abgöttisch und so ließ er ihm beinahe jeden
Fauxpas durchgehen.
„Hey, wenn Liam so scharf auf
das Haus ist, soll er sie doch heiraten, wird eh Zeit, dass der Knabe unter die
Haube kommt. Die Damen der guten Gesellschaft bekommen sonst irgendwann ihre
Dollarzeichen nicht mehr von den Kontaktlinsen wenn sie unseren Süßen hier
treffen.“
Ärgerlich wischte sich Liam den
Mund mit der Serviette ab und knallte sie auf den leeren Teller. Er hasste es,
wenn William so über ihn sprach, auch wenn er Recht hatte. An Angeboten hatte
es dem beinahe 30jährigen nie gemangelt, auch nicht an Freundinnen, aber nie
war eine passende ‚Partie’ dabei gewesen, wie er so schön zu sagen pflegte.
Sein gutes Aussehen trug auch dazu bei, dass er stets ein willkommener Gast auf
Gesellschaften war. Geld gepaart mit Schönheit, das war es, was man sehen
wollte.
Es war ihm unangenehm stets von
Frauen aller Altersklassen umgarnt zu werden, von denen die meisten nur auf
sein Vermögen scharf waren. Auch ihn hatte der Vorschlag seines Vaters zunächst
schockiert, aber dann hatte er sich überlegt, dass es gar nicht so übel war.
Diese Frau wusste von vornherein
dass es sich um eine reine Geldehe handeln würde und mit ein wenig Arrangement
konnte man sich sicher einigen. Beide würden bekommen was sie wollten. Er das
zukünftige Hotel, sie die Sicherheiten und ein jeder ging seiner Wege.
„Ich würde sagen, es wäre auch
eine Zumutung für jede Frau so etwas wie dich zu heiraten“ meinte er hochnäsig
und stand dann auf um in seinem Büro noch einige Arbeiten zu erledigen.
„Sorry, Brüderlein, ich habe
auch nicht vor irgendwann einmal zu heiraten, keine Sorge. Und wenn dieses
Wunder jemals passieren sollte, dann muss es funken und nichts anderes.“
Everett blinzelte ein wenig
überrascht auf, denn eine so romantische Einstellung hätte er seinem Jüngsten
nicht zugetraut, allerdings hatte er auch nie daran gezweifelt, dass Liam
sowieso eher das Gefallen dieser Buffy finden würde.
„Na dann, lasst den Dorftrampel
antanzen, aber lasst mich aus dem Rennen. Ich werde mich so lange verp...“ Der
strenge Blick seines Vaters ließ ihn das unflätige Wort verschlucken und frech
grinsend legte er seine Springerstiefel, die er immer zum Fahren trug auf den
leeren Platz neben sich hoch.
„Pfff. Ja ja, ich weiß schon …
na gut, ich bleibe und werde mir die Romanze zwischen den Turteltäubchen antun.
Aber erzählt der Tussi bloß nicht, dass ich zur Familie gehöre. Lasst euch
etwas einfallen, meinetwegen spiel ich den Chefmechaniker eures Fuhrparks oder
so was in der Art.“
Einige Tage später
Nervös nagte Buffy an ihrer
Unterlippe als sie aus dem Zug stieg und sich auf dem Bahnhof umsah.
Jemand würde sie abholen hatte
man ihr am Telefon gesagt und sie sah sich suchend um. Auf dem Bahnsteig war
ein einziges Gewimmel von ein- und aussteigenden Menschen und so wartete sie
erst einmal ab bis sich der Trubel ein wenig gelegt haben würde.
Ihre Reisetasche war alt und
abgewetzt, doch es war das Einzige gewesen, worin sie ihre spärliche Kleidung
hatte packen können. Gestern hatte sie ihren Vater noch in die Klinik begleitet
und sich vergewissert, dass er wirklich in den besten Händen war, die man sich
vorstellen konnte und nun war sie schon angelangt und hatte keine Ahnung was sie erwartet…
Dieser Everett Montgomery hatte
es wirklich an nichts mangeln lassen um ihren Vater so gut es ging zu versorgen
und auch ihre Fahrkarten bezahlt. Eigentlich hatte sie fliegen sollen, aber
Buffy wollte nicht mehr Kosten verursachen als unbedingt nötig und hatte
dankend abgelehnt.
Der Gedanke daran, dass es ihrem
Vater gut gehen würde tröstete sie ein wenig darüber hinweg, dass sie sich vor
Angst und Nervosität kurz vor dem durchdrehen war. Vor ihrem geistigen Auge
hatte sie sich schon ausgemalt, was sie erwarten würde und die Gedanken waren
nicht gerade beruhigend gewesen.
Wie grottenhässlich oder verschroben
mussten diese Söhne von Everett Montgomery sein, dass er sie sozusagen
um den Preis eines halb verfallenen Hauses praktisch verkaufen musste?
Sie hatte nie Zeit gehabt sich
über romantische Gefühle Gedanken zu machen, geschweige denn so etwas wie eine
Beziehung aufzubauen. Eine Weile hatte der Postbote Andeutungen gemacht, dass
er interessiert wäre, aber der war verheiratet gewesen und sicher nicht das,
was sie sich früher einmal als Partner fürs Leben erträumt hatte. Natürlich
hatte sie in ihrer Phantasie ihren Traumprinzen gehabt, aber sie war früh genug
erwachsen geworden um zu erkennen das es für sie kein Himmel voller Geigen
geben würde.
„Ms. Summers?“ Sie hatte nicht
einmal gemerkt wie sich der ältere, streng aussehende Mann mit Brille und
typisch britischem Tweedanzug ihr genähert hatte und sie fragend ansah.
„Mr. Montgomery?“ Sie hatte sich
diesen Everett ganz anders vorgestellt und doch war sie erleichtert, dass ihre
schlimmen Erwartungen sich nicht erfüllten.
„Nein, ich bin Rupert Giles, der
Verwalter. Ist das Ihre Tasche? Darf ich?“ Ohne auf Antwort zu warten, nahm er
ihr mit skeptischem Blick die Reistasche aus der Hand und sah verwirrt ein
wenig hin und her, als wenn er nicht glauben konnte, dass dies alles an Gepäck
sein konnte.
Buffys Erleichterung zerplatzte
wie eine Seifenblase und zögernd nickte sie dem nett aussehenden älteren Herren
zu, der einladend seine Hand erhoben hatte, so dass sie vorgehen sollte. Sie
hatten kaum den Bahnhof verlassen als er wieder vorging um ihr dann auch schon
die Tür von einer 8-Sitzer-Luxuslimousine zu öffnen, die direkt vor dem Gebäude
geparkt hatte. Beinahe ehrfurchtsvoll tauchte sie in das Innere des Wagens und
sah zu wie sich die getönten Scheiben hochschoben und Mr. Giles sich an das
Steuer setzte.
„Wenn Sie Durst haben, Miss,
dann bedienen Sie sich bitte an der Bar“ näselte er noch, dann schob sich eine
weitere Scheibe zwischen die junge Frau und dem Verwalter und sie war völlig
allein in dem luxuriös ausgestatteten Wageninneren.
Nein, Durst hatte sie nicht und
sie wollte auch gar nicht wissen, was sich in dem Barfach vor ihr alles an
Getränken befand. Zu überwältigt war sie von dem was bisher geschehen war. Diese Familie hatte einen Verwalter! Und ein
Auto in dem eine Baseballmannschaft Platz hatte. Was würde sie noch alles
erwarten?
Teil 2
Die Fahrt dauerte fast eine
halbe Stunde und als das Auto endlich zum Stillstand kam, traute sie sich kaum
auszusteigen, so nervös war sie geworden. Doch dann wurde ihr von Giles auch
schon die Tür geöffnet und sie musste sich zwangsläufig stellen. Ergriffen sah
sie das große, moderne Gebäude vor sich, in dessen angrenzenden Garagen schon
ganze Familien hätten untergebracht werden können und ihre Unterlippe fing
allmählich an zu schmerzen vom vielen Herumkauen.
Sie stiegen die Stufen bis zum
Eingang empor und nachdem ihr Giles die Tür geöffnet hatte blieb ihr beinahe der Atmen stehen. So ähnlich musste einst das Innere von
Clearwater ausgesehen haben. Feinster Marmor auf dem Boden, edle Vertäfelungen,
exquisite, antike Möbel und eine Eingangshalle, die einem Königshaus würdig
war. Entgegen dem modernen Äußeren des Hauses, war es drinnen beinahe so, als
wenn man in ein anderes Jahrhundert eintauchen würde und schweigend folgte sie
dem Angestellten die Stufen hinauf.
Eine Etage höher zweigte ein
Flur ab und der dicke Teppichboden schluckte förmlich ihre zaghaften Schritte.
Überall an den Wänden hingen Bilder bekannter Maler und sie war sich sicher,
dass es keine billigen Reproduktionen waren.
Eine weitere Tür öffnete sich
und mit Erstaunen musterte sie ihr neues Zimmer, dass für eine Weile ihr neues
Zuhause sein würde, vielleicht sogar für
immer…
Wieder schien sie in eine andere
Zeit einzutauchen. Ein großes Himmelbett aus beinahe schwarzem Holz dominierte
den Raum, gegenüber stand ein wundervoll geschnitzter Schrank an der weiß
verputzten Wand und nur ein Fernsehgerät auf dem schönen antiken Schreibtisch
zeugte davon, dass sie immer noch im 21. Jahrhundert war.
„Das Gästezimmer, ich hoffe es
entspricht Ihrem Geschmack“ erklärte Giles würdevoll und stellte ihre schäbige
Reisetasche neben das mit gedrechseltem Holz verzierte Bett.
Mit einmal kam sich Buffy
furchtbar klein und schäbig vor. Sie hatte sich nie Gedanken um Mode oder
Aussehen gemacht, doch Angesichts dieser Pracht wurde sie sich ihres Äußeren
mehr als bewusst. Niedergeschlagen schaute sie an ihren abgewetzten Jeans
herunter und zupfte verschämt an ihrem ausgeleiertem
Sweatshirt herum.
Himmel, was wenn man sie postwendend wieder nach Clearwater schickte?
Was würde dann aus ihrem Vater? Die ängstlichen Gedanken weit
von sich schiebend lächelte sie nun dankbar Giles an und nickte höflich.
„Es ist traumhaft, danke.“
„Gut, ich denke Sie wollen sich
sicher gleich ein wenig frisch machen. Das Bad ist gleich gegenüber. Wenn Sie
fertig sind, dann kommen Sie einfach ins Wohnzimmer, Mr. Montgomery erwartet
Sie sicher schon.“
Damit verabschiedete sich der
Mann und ließ Buffy allein in dem Raum. Hastig griff sie nach ihrer Tasche und
zog den kleinen Kulturbeutel heraus um dann sofort ins Bad zu eilen.
Dort war sie erst einmal
überwältigt von dessen Größe. Im Gegensatz zu der Einrichtung war dieses eher
futuristisch zu nennen, mit einer in den Boden eingelassenen runden Wanne und
Armaturen, die den Gegenwert eines Kleinwagens haben mussten.
Energisch strich sie sich mit
der Bürste über die Haare und putzte sich noch einmal ordentlich die Zähne. Für
Make-up und derartiges war nie Geld übrig gewesen und zum ersten Mal in ihrem
Leben machte sie sich Sorgen um ihr Aussehen.
Eigentlich hätte sie sich noch
umziehen wollen, aber der Gedanke Mr. Montgomery warten zu lassen schreckte sie
mehr, also eilte sie sofort nachdem sie fertig war den Flur wieder herunter um
in die Eingangshalle zu eilen.
Wohnzimmer? Hilfe, sie hatte nicht gefragt wo das Wohnzimmer überhaupt
war und so nahm sie einfach eine der 3 Türen, die von der
Halle aus erreichbar waren.
Nein, das war definitiv kein Wohnzimmer, sondern ein Büro und die
junge Dame mit den langen dunklen Haaren, die fleißig an einem PC tippte, sah
sie erschrocken an.
„Kann ich Ihnen helfen?“ fragte
sie mit einem Stirnrunzeln und einem musternden Blick, der Buffy die Schamröte
ins Gesicht trieb. Sie kam sich klein und schäbig vor angesichts dieser überaus
eleganten jungen Dame, die sich nun erhoben hatte und über ihren engen
knielangen Rock strich um imaginäre Flusen zu entfernen.
„Wohnzimmer?“ hauchte Buffy
ergriffen und starrte die Sekretärin an wie das 8. Weltwunder.
„Bitte? Ach, Sie sind sicher Mr.
Summers. Everett erzählte mir, dass Sie kommen… Das Wohnzimmer ist gleich
gegenüber.“ Die junge Frau hatte einen leicht arroganten Ton und wies Buffy nun
freundlich aber bestimmend die Tür.
„Wenn Sie mich entschuldigen,
ich muss arbeiten“ näselte sie und schob das überraschte Mädchen einfach wieder
heraus.
Zögernd durchquerte Buffy nun
wieder die Halle um dann mit klopfenden Herzen vor der gegenüberliegenden Tür
stehen zu bleiben. Diesmal wollte sie keinen Fehler begehen, sondern klopfte
erst einmal zaghaft an.
„Herein“ dröhnte es an ihren
Ohren und sie holte tief Luft um dann einzutreten.
„Ahh, da sind Sie ja, kommen Sie
herein, nehmen Sie bitte Platz, möchten Sie etwas trinken? Ach, ich überfalle
Sie ja komplett. Ich bin Everett Montgomery der Dritte und Sie sind sicher
Buffy Summers.“
Überrascht klimperte Buffy mit
ihren Augenlidern und sah verlegen auf den Herrn vor ihr. Freundlich reichte
sie ihm ihre Hand und wieder wurde ihr bewusst wie schäbig sie doch im
Vergleich zu dem gutaussehenden, älteren Mann vor ihr wirken musste.
Er hatte dunkelblonde Haare, war
groß und kräftig gebaut ohne dick zu sein. Sein gebräuntes Gesicht hatte schon
einige kleiner Falten um Augen und Mund, die verrieten das er die 50 schon
überschritten hatte und er strahlte eine Autorität aus, die Buffy erst einmal
den Atmen raubte.
„Bitte nennen Sie mich Everett,
das tut jeder hier.“
Gehorsam ließ sich Buffy in den
nächsten Sessel fallen und traute sich jetzt erst umzusehen. Unaufgefordert
reichte Everett ihr ein Glas mit einer honigfarbenen Flüssigkeit und setzte
sich dann ihr direkt gegenüber. Er bemerkte ihre Unsicherheit und lächelte sie
beruhigend an.
„Sie sind sicher nervös, nicht
wahr? Ich bin es auch, wenn ich ehrlich bin. Sicher sind Sie schon neugierig
was Sie hier so erwartet, ich hoffe aber dass es Ihnen bei uns gefallen wird.
Fühlen Sie sich wie Zuhause. Wenn Sie in die Stadt wollen, sagen Sie einfach
Giles Bescheid, der fährt Sie, oder Sie nehmen sich einfach einen Wagen…“
Sie sackte noch ein wenig tiefer
in den Sessel und war dankbar etwas in der Hand halten zu dürfen auf das sie
sich konzentrieren musste, ansonsten wäre sie wahrscheinlich in ein nervöses
Zittern ausgebrochen.
Sie nickte zaghaft und traute
sich kaum den Mund aufzumachen, so beeindruckt war sie von dem freundlichen
Empfang. In ihrer wirren Fantasie hatte sie sich Everett als widerlichen alten
Sack ausgemalt, der geifernd darauf bedacht war sich Clearwater unter den Nagel
zu reißen, aber es schien nicht so auszusehen, als ob sie das alte Anwesen
wirklich nötig hätten für irgendwelche Geschäfte.
„Es ist … einfach traumhaft
hier“ krächzte sie heiser und war erleichtert, dass sie endlich überhaupt einen
Satz zustande gebracht hatte.
Everett lächelte sie gewinnend
an, zwinkerte ihr zu und kurze Zeit später schien das Eis endgültig gebrochen
zu sein. Sie unterhielten sich ein Zeitlang über Hank,
seine Krankheit und darüber wie Everett und er ihre gemeinsame Jugendzeit
verbracht hatten.
Sie merkte nicht wie die Zeit
verflog während ihrer angeregten Unterhaltung und nippte kurz an ihrem Glas,
bekam aber augenblicklich einen Hustenkrampf
als die scharfe Flüssigkeit ihre Kehle herunter rann.
Lachend war der ältere Mann
aufgestanden und klopfte dem Mädchen mitleidig auf den Rücken. „Ich glaube Sie
sind Brandy nicht gewöhnt“ kicherte er und amüsierte sich über ihre geröteten
Wangen, die der Schluck bei ihr ausgelöst hatte.
„Ich glaube, es ist an der Zeit,
dass Sie sich hier einmal umsehen und sich mit allem bekannt machen. Mein Sohn
Liam wird sowieso sicher nicht vor 5 aus der Firma kommen.“
„Sehr gerne Mr. M… Everett“
lächelte Buffy dankbar und konnte sich trotzdem ihre weitere Frage nicht
verkneifen. „Und wo ist Ihr anderer Sohn? William, wenn ich mich nicht verhört
habe?“
Sie spürte sie sofortige
Verlegenheit ihres Gegenübers und bereute ihre Frage, aber Everett schien sich
schnell zu fangen.
„Nun, er … ist für einige Zeit
geschäftlich unterwegs, aber Sie werden ihn sicher bei Gelegenheit noch kennen
lernen. Seien Sie einfach um 18 Uhr zum Essen wieder da.“
Ein wenig irritiert ließ sie
sich von ihm hinaus begleiten.
Sie hatte insgeheim irgendwo
noch die Hoffnung gehabt sich wenigstens zwischen Zweien entscheiden zu dürfen,
oder zumindest die Sympathie entscheiden zu lassen, aber damit war ihr nun auf
unmissverständliche Weise klar gemacht worden, dass wohl nur dieser Liam für
eine Heirat in Frage kam.
Nun, zumindest hatte sie nun
nicht mehr solche Angst davor ihn kennen zu lernen, und in dem Gespräch mit
Everett war ihr auch zu verstehen gegeben worden, dass sie sich zu nichts
gezwungen fühlen musste.
„Ich habe leider noch etwas zu
erledigen Buffy, aber schauen Sie sich doch einfach überall um. Der Garten ist
um diese Jahreszeit besonders hübsch“
komplimentierte er sie praktisch
aus dem Haus heraus und Buffy war erleichtert, dass sie die Gelegenheit bekam
die Eindrücke ein wenig auf sich wirken zu lassen.
Nachdem Everett sie in der
Empfangshalle einfach stehen ließ und im
Büro verschwunden war, überlegte sie ein wenig , entschloss sich aber
dann einfach einmal um das Haus herum zu gehen, um sich die die Gegend
anzusehen.
Kaum war sie an der frischen
Luft, fühlte sie sich augenblicklich befreit und wesentlich besser. Nicht, das
ihr bisher irgendetwas an den Montgomerys schlecht vorgekommen wäre, aber hier
draußen hatte sie nicht mehr das Gefühl fehl am Platz zu sein. Entschlossen
blickte sie nach rechts und links und beschloss dann an den Garagen
vorbeizuschlendern. Immerhin hatte Everett ihr ja angeboten eins der Autos zu
benutzen und auch wenn sie keinen Führerschein besaß, war sie neugierig was
diese Leute außer dem Luxusschlitten noch an Fahrzeugen hatte.
Das Portal, des beinahe
hallenähnlichen Gebäudes stand weit auf und ein schüchterner Blick hinein
erfüllte ihre Befürchtungen. Da standen die Limousine, ein sportlicher
Mercedes, ein Geländewagen und ein Cabriolet, welches aber eindeutig schon in
die Kategorie Oldtimer passte.
Mutig ging sie hinein und fuhr
mit der Hand über den Lack. Alle waren bestens gepflegt, nur der Geländewagen
schien eine Wäsche nötig zu haben. Erschrocken zuckte sie zusammen, als sie aus
einer Ecke der Garage ein leises Fluchen hörte.
Sofort vergrub sie ihre Hände in
ihre Hosentaschen, als wenn sie etwas Verbotenes getan hätte, streckte sich
aber auf die Zehenspitzen um zu sehen von wo die Laute kamen.
Über das Dach des Jeeps hinweg
sah sie die Umrisse eines Motorrads und ein junger Mann hockte über einigen
ausgebauten Teilen. Sein Gesicht war zum Teil ölverschmiert und er schien etwas
auf der Erde zu suchen. Sein grellblondes Haar leuchtete regelrecht in dem
Halbdunkel der Ecke, die nur von einer kleinen Werkstattleuchte erhellt wurde
und er stieß weiter leise Flüche aus.
Unweit von ihr lag eine kleine
Maschinenschraube auf der Erde, sie schien weggerollt zu sein und unsicher hob
Buffy das Teil auf, bewegte sich die wenigen Schritte auf den Fluchenden zu und
hielt ihm entschlossen das Stück entgegen.
„Suchen Sie das hier?“
Überrascht blickte der junge
Mann auf und nickte sofort freudig, als er die Schraube in Buffys Händen sah.
„Hey, danke.“
Seine ölverschmierten Hände
hinterließen Spuren auf ihren Fingern und reflexartig wischte sich Buffy diese
an ihrer abgewetzten Jeans ab.
„ Du kommst sicher von Sally, nimm
den Jeep gleich mit und sorg dafür das er ordentlich gewachst wird. Bist du
neu? Ich habe dich noch nie gesehen?“ Interessiert sah Spike zu dem jungen
Mädchen herüber. Die Kleine war niedlich, ganz anders als andere Mädchen in
ihrem Alter. Sie schien Anfang 20 zu sein, hatte mittellanges goldblondes Haar
und mit Kennerblick erkannte er sofort, dass es nicht gefärbt war. Ihre Figur
war schlank ohne dürr zu wirken und sie war ungeschminkt.
Wenn er eins hasste, dann waren
es aufgedonnerte Möchtegernmodels, deren Ernährung aus einem Salatblatt die
Woche bestand. Besonders groß war sie nicht, sie schien ihm vielleicht bis ans
Kinn zu gehen, auch etwas, was er sofort bemerkte.
Nicht die Sorte Mädchen die
normalerweise in Sallys Waschpark arbeiteten. Er stand eigentlich mehr auf die
großen dunklen Typen, aber das sollte ihm egal sein. Zumindest war sie eine
erfrischende Ausnahme.
„Ja, ich bin heute erst
angekommen“ bestätigte sie seine Vermutung, dass er sie noch nie zuvor gesehen
hatte. Mit einem verdreckten Tuch, das mehr den Schmier auf seinen Händen
verteilte als entfernte wischte er sich seine Hände ab und reichte dann Buffy
seine Hand.
„Hi, ich bin Spike“ grinste er
sie mit einer reihe weißer Zähne an, was Buffys Herz gleich ein paar Takte
höher schlagen ließ. Verdammt, der Mann sah unter diesem Dreck sicher aus wie
aus einem Modemagazin entsprungen und für einen Augenblick hatte sie insgeheim
gehofft, dass es sich um diesen Liam handeln könnte, doch sein Name enttäuschte
ihre aufkeimende Hoffnung.
Lächelnd griff sie nach seiner
Hand, wohl wissend, dass sie gleich ebenso verschmiert sein würde wie die
seine, als hinter ihnen auch schon mit quietschenden Reifen ein Rover die
Einfahrt herauf in die offene Halle raste.
„Liam“ Spikes Gesicht verzog
sich zu einer kleinen Grimasse und deutete dann auf den Jeep.
„Also, nimm ihn mit und wenn du
ihn wiederbringst melde dich doch kurz bei mir, ich könnte dir die Stadt
zeigen.“
Hilfe, sie doch gerade erst angekommen und schon flirtete sie mit
jemanden der hier arbeitete. Und jetzt war auch noch dieser Liam angekommen,
was sollte er bloß von ihr denken?
Für den Bruchteil einer Sekunde
hätte sie beinahe sein nettes Angebot angenommen, aber dann fiel
ihr ein, warum sie hier war und sofort wurde ihr Blick wieder ernst. Sie
schüttelte kurz den Kopf, trat einen Schritt zurück und starrte erwartungsvoll
in Richtung des Rovers, aus dem nun wohl gleich ihr vielleicht zukünftiger
Ehemann aussteigen würde.
Spike verstand sofort. Natürlich wusste dieses Mädchen wer Liam
war. Alle Mädchen in Sunnydale wussten das und waren hinter ihm her, wie der
Teufel nach der Seele. Schade, für einen Moment hatte er gedacht dass die
Kleine anders wäre, aber so zuckte er mit den Schultern und wendete sich wieder
seiner Maschine zu.
Buffy war mehr als überrascht
als sie sah, wer sich da aus dem Auto bequemte. Der Mann war groß, hatte die
braunen Haare seines Vaters und sah ausgesprochen gut aus. Er trug einen Anzug,
der sicher nicht von der Stange war und eine Krawatte baumelte locker gezogen
an seinem Hemdkragen. Nervös kaute sie wieder an ihrer Unterlippe als sein
Blick auf sie fiel und er für einen Augenblick grüblerisch seine Brauen
zusammenzog.
Als sein Vater ihn angerufen
hatte, dass diese Buffy endlich da war und das er auf eine Überraschung gefasst
sein sollte, war ihm nicht in den Sinn gekommen, dass er so überrascht wäre.
Everett hatte ihm kurz angerissen was ihn da erwartete, aber die Wirklichkeit
übertraf seine Vorstellung bei weitem. Die Kleine war ausgesprochen hübsch mit
ihren blonden Haaren, grünen Augen und strahlte eine Natürlichkeit aus, die
seinesgleichen suchte.
Keine hässliche Landpomeranze,
kein aufgedonnertes Mannequin. In die
richtigen Sachen gesteckt und etwas Schliff, dann wäre sie der Star der
Gesellschaft in Sunnydale.
„Hallo! Mein Vater sagte mir,
dass Sie da sind. Ich bin Liam. Willkommen in Sunnydale Buffy.“ Mit einem
gewinnenden Lächeln, eindeutig ein Erbe seines Vaters, und mit einigen
federnden Schritten hatte er die Distanz zwischen ihnen überbrückt und hielt
ihr seine Hand entgegen, zog sie aber im dem Moment zurück, als er die
ölverschmierten Spuren sah.
Hinter ihrem Rücken klimperte
etwas zu Boden und ein kurzer Blick offenbarte ihr einen erschrockenen
Gesichtsausdruck Spikes, der sich aber sofort wieder fing und fluchend nach dem
nun wieder verlorenen Teil suchte.
„Kommen Sie doch mit hinein
Buffy, dann machen wir uns näher miteinander bekannt.“ Liam spielte seinen
ganzen Charme aus und musterte mit kritischem Blick William, der nur mit den
Schultern zuckte und seinen Bruder missbilligend ansah.
„Ich … ich hatte diese Schraube
gefunden und dabei …“ Buffy interpretierte den Blick ihres Zukünftigen falsch
und wollte keinesfalls das dieser Spike eventuell Ärger bekam, doch Liam winkte
freundlich ab.
„Nun, wie ich sehe haben Sie
Spike ja schon kennen gelernt, er ist…“ Ein warnender Blick seines Bruders
reichte um ihn ein zauberhaftes Lächeln aufs Gesicht zu bringen. „… Unser
Mechaniker, wie Sie sehen.“ Er wusste ja
schon immer, dass sein Bruder ein Idiot war, aber das konnte ihm nur Recht
sein.
Teil 3
Eine halbe Stunde später saß
Buffy umgezogen und wieder sauber mit Liam und seinem Vater im Wohnzimmer und
plauderte über Gott und die Welt. Fröhliches Gelächter erfüllte den Raum
während Spike lauschend vor der Tür stand und es zog ein ärgerlicher Ausdruck
auf sein Gesicht.
Was hätte er auch in der Garage sagen sollen? Tut mir leid, dass ich
dich mit einen von Sallys Mädchen verwechselt habe? Und übrigens ich bin
William, der andere Sohn, wähle besser mich? Zornig stieß seine
Stiefelspitze auf den Boden. Völlig
verrückt so was.
Erst wehrte er sich mit Händen
und Füßen und kaum lächelte ihn diese kleine Hexe an, saß sein Verstand in der
Hose. Genau, das war es. Wahrscheinlich
fehlte ihm nur mal wieder etwas Sex. Sollte sein Bruder sich doch ketten
lassen und Vergnügen mit dem niedlichen Käfer, er war raus aus dem Schlamassel.
Trotzdem machte ihn der Gedanke
nur noch wütender und eilig rannte er die Stufen herauf in sein Zimmer um
unbemerkt ein paar Sachen zu holen. Solange
Liam und diese Buffy sich beschnupperten würde er im Gartenhaus wohnen…
„Ich werde eine kleine Party
veranstalten, nichts Großes, nur damit Sie unsere Verwandtschaft und unsere
Freunde besser kennen lernen.“
Buffy verschluckte sich beinahe
an ihrem Glas Wasser und starrte Everett mit großen Augen an. „Ich weiß nicht
ob das so eine gute Idee ist…“ flüsterte sie mit Beklemmung. Sie hatte noch nie
eine Party mitgemacht. Es fehlte ihr an Erfahrung, an Bildung und vor allen an
passender Kleidung für so eine Gesellschaft und niedergeschlagen senkte sie
ihren Blick.
Liam schien sofort zu bemerken
was mit ihr los war und schenkte ihr wieder eins seiner strahlendsten Lächeln.
„Machen Sie sich keine Sorgen um
irgendetwas. Das sind ganz normale Leute und Cordelia unsere Sekretärin wird
Sie sicher gerne begleiten damit Sie sich in Sunnydale etwas Passendes
besorgen.“
Dankbar lächelte Buffy zurück
und war sehr erleichtert, dass man ihr aus der Klemme half. Sie war absolut
nicht auf dem Laufenden was Mode betraf und das man ihr eine Begleitung zur
Verfügung stellte, die sie beraten konnte war mehr als freundlich. Der Gedanke,
dass sie nach dieser Party als Bauerntrampel der Lacher der Saison würde,
schockte sie doch zu sehr.
Nachdem es schon sehr spät geworden
war und nach einem wunderbaren Abend in interessanter Gesellschaft, war Buffy
todmüde in ihr Zimmer gegangen und Everett strahlte seinen Sohn triumphierend
an.
„Na, was sagst du?“
„Dad, die Kleine ist entzückend,
wer hätte das gedacht? Nachdem was du erzähltest wäre ich auf alles gefasst
gewesen, aber nicht auf einen bezaubernden kleinen Engel.“
Lachend klopfte Everett seinem
Sohn auf die Schulter und kicherte als Liam ihr erzählte was William für ein
Gesicht gezogen hatte, als er erfuhr wer sie war.
„Glaub mir mein Junge. Nicht
Clearwater ist die Goldgrube. Dieses Mädchen ist eine. Natürlich tut sie das
alles in erster Linie für ihren Vater, aber wo gibt es heutzutage noch eine
solche Loyalität? Ich habe genug Menschenkenntnis in meinem Leben erworben,
dass sich weiß, dass nichts Falsches an der Kleinen ist. Ursprünglich hatte ich
wirklich bedenken, dir so etwas zuzumuten, aber so wie es scheint könnte das
unter Umständen nicht nur eine Vernunftehe werden.“
Zwinkernd bestätigte Liam seinen
Vater die Annahme und trank mit einem Zug sein Glas leer. „William ist ein Trottel“ flüsterte er und war innerlich doch
froh darüber dass sein Bruder kein Interesse mehr gezeigt hatte.
3 Tage später
„Also rosa ist der letzte
Schrei“ bestimmte Cordelia und rümpfte die Nase, als Buffy ehrfurchtsvoll nach
einem schwarzen, schlichten Etuikleid gegriffen hatte. „Außerdem sagte Everett,
dass wir Sie ausreichend mit passender Alltagsgarderobe ausstatten sollen.“
Buffy bemerkte die Spitze, die
Ms. Chase ihr austeilte, ignorierte sie aber. Sie fühlte sich wie Alice im
Wunderland und Aschenputtel gleichzeitig, als sie durch den Laden ging an denen
Designersachen an den Wänden hingen und T-Shirts in den Regalen lagen, die
soviel Geld kosteten wie ihre kompletten Sachen allein.
Zwei Stunden später war sie
völlig erschöpft und überrumpelt von den Eindrücken und dem ständigen
Anprobieren, doch Cordelia kannte keine Gnade und zerrte sie entschlossen
weiter.
Der ganz offensichtlich schwule
Friseur zeigte sich entzückt über das natürliche Blond ihrer Haare, wuschelte
darin herum und zog einzelne Strähnen lang. Nach einer minutenlangen Diskussion
darüber, wie viel von den Haaren wirklich abgeschnitten werden durfte, begann
er nun schmollend die Spitzen zu kürzen und erzählte ihr noch eine Weile von
den neuesten Frisuren aus Europa, doch sie war längst mit ihre Nase in einer
Fachzeitschrift versunken und hörte nicht mehr zu.
Das Ergebnis nach einer weiteren
Stunde ließ sie aber denn doch staunen. Er hatte ihr sonst glattes Haar auf
einige Wickler gedreht und nun umschmeichelten große Wellen ihr kleines Gesicht
und ließen sie ein wenig an einen Engel erinnern und machten sie älter als der
Pferdeschwanz, den sie sonst trug.
„Wundervoll“ schwärmte Carlos
und fuhr mit den Fingern noch ein paar mal hindurch, so das mehr Fülle entstand
und zupfte einige Strähnchen in ihr Gesicht, so das es natürlicher aussah.
Buffy wollte zurück, obwohl Cordelia auch noch auf einen Besuch bei der
Kosmetikerin bestand.
Sie war müde, ihre Füße taten weh,
da sie auch noch gezwungen geworden war mindestens eine Millionen Schuhe
anzuprobieren, wovon sie sicher die Hälfte gekauft hatten und danach waren sie
auch noch in einem Laden für Unterwäsche gewesen, von denen einige Exponate ihr
die Schamröte ins Gesicht getrieben hatten.
Was zum Teufel sollte so wichtig an passender Unterwäsche zur
Garderobe sein? Und diese merkwürdigen Dinger, deren hinterer Teil nur aus
einem dünnen Bindfaden bestand würde sie niemals tragen.
Sie bemerkte Cordelias
mitleidigen Blick, aber sie setzte sich durch und so wechselten, wie sie
meinte, einige Dutzend seidiger und spitzenbesetzter Wäschestücke in allen
Formen und Farben den Besitzer.
Es war eindeutig mehr als genug
für den Rest ihres Lebens und sie wollte sich nicht einmal ausmalen, welcher
Betrag sich inzwischen auf der goldenen Kreditkarte, die ihr Everett zur
Verfügung gestellt hatte, angesammelt hatte.
Bevor sie in die Stadt gefahren
waren, war ihnen noch dieser Spike begegnet. Er war gerade von einer Fahrt mit
dem Motorrad wiedergekommen und hatte seinen Helm abgenommen um die beiden
jungen Damen, die in den Mercedes stiegen zu begrüßen.
„Hallo Buffy… Cordy…“
Buffy bemerkte den ängstlichen
Blick, den Cordelia dem völlig in schwarz gekleideten jungen Mann zuwarf. Irgendetwas
Finsteres ging von ihm aus und sein höfliches Lächeln erreichte nicht die
blauen Augen.
Augenblicklich klopfte ihr Herz
wieder bis zum Hals als sie in das nun saubere Gesicht sah. Er hatte wirklich
etwas von einem griechischen Gott. Sein ganzer Körper wirkte wie aus Stahl und
doch schmal, nicht groß und kräftig wie Liam oder Everett. Energisch riss sie
sich zusammen und winkte freundlich in seine Richtung um dann im Inneren des
Wagens zu verschwinden. Eigentlich hätte sie der schweigsamen Cordelia gerne
Fragen über ihn gestellt, aber das traute
sie sich dann doch nicht…
Nachdem die Mädchen die Einfahrt
verlassen hatten, sprang Spike auch schon die Stufen zum Haus herauf und
begegnete Liam, der sich auf den Weg in die Firma machte.
„Na kleiner Bruder, bereust du
schon, dass du einen Rückzieher gemacht hast?“ Grinsend zeigte er William eine
Reihe weißer Zähne und Spike zuckte nur gleichgültig mit den Schultern.
„Die Kleine ist einfach ein
Engel. Klug, hübsch, absolut loyal und ich denke völlig unerfahren. Es ist
sicher interessant, ihr im Bett zu zeigen wo es langgeht …“
Natürlich war es reine
Provokation gewesen, doch Spike sprang augenblicklich darauf an. Er
unterdrückte den Wunsch seinem Bruder einen Kinnhaken zu verpassen und kniff
die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen.
Die Vorstellung daran wie Liam
die Kleine auf ein Bett drückte ließ pure Wut in ihm hochkochen.
„Seit wann stehst du auf
unschuldige Jungfrauen? Ich dachte immer, dass du Erfahrung vorziehst,
zumindest hat mir Jackie erzählt, das du es lieber magst wenn die Frau weiß wo
es langgeht.“ Das hatte getroffen.
Sofort überzog Liam eine leichte
Röte und er kniff die Augen zusammen.
„Wüsste nicht was dich das
angeht.“
Die Anspielung auf Jacky, die
das einzige Bordell in Sunnydale betrieb, passte ihm gar nicht. Aber solange
William seine Klappe hielt und sich weiter fein aus seinem Leben und Plänen
heraushielt war er zufrieden.
Die Nachmittage verbrachte Buffy
meist allein. Hin und wieder gesellte sie sich zu Giles, der ihr das Anwesen
und die Umgebung zeigte. Everett und Liam waren mit ihrer Arbeit beschäftigt
und auch wenn sie merkte, das der junge Mann versuchte sich möglichst viel Zeit
für sie zu nehmen, so war ihr doch auch klar, warum die Familie so erfolgreich
war. Sie arbeiteten von morgens bis abends ohne Unterlass.
Sie war auch wie zufällig einige
Mal dem jungen Mechaniker über den Weg gelaufen, dessen Gesichtsausdruck sich
jedes Mal verfinsterte, wenn er sie sah. Offensichtlich war er an dem Tag ihrer
Ankunft nur freundlich gewesen und mochte sie gar nicht leiden.
Der Gedanke versetzte ihr zwar
einen Stich, aber sie war schließlich hier um ihren zukünftigen Ehemann kennen
zu lernen und nicht um fremden Männern schöne Augen zu machen. Also beließ sie
es immer bei einem freundlichen Gruß.
Die Tage vergingen wie im Flug
und am Abend der Party stand Buffy fragend vor dem Spiegel, der in der
Schranktür versteckt war und starrte sich nachdenklich an. Cordelia hatte ihr
ein nettes, modernes rosa Partykleid besorgt. Wie sie aus dem Journal bei
Carlos erfahren hatte, wirklich der absolute Renner der Saison, aber trotzdem
fühlte sie sich unwohl in den
aufgedonnerten Klamotten.
In den hochhackigen,
gleichfarbigen Schuhen konnte sie kaum stehen, geschweige denn laufen und am
liebsten hätte sie sich eine der alten Jeans angezogen und wäre in ihre
Turnschuhe gehüpft, aber da unten erwarteten Everett und Liam von ihr, dass sie
sich in die Gesellschaft einfügte. Sie hatte es sogar geschafft sich dezent zu
schminken. Nicht viel, nur ein wenig Tusche, bei der sie sich mindestens ein
halbes Dutzend Mal ins Auge gestochen hatte und einen pastellfarbenen
Lippenstift, der farblich auf ihr Kleid abgestimmt war.
Überhaupt quoll dieser neue
Kosmetikkoffer über von Utensilien deren Bedeutung sie nicht einmal kannte. Ein
letzter Blick in den Spiegel und sie atmete tief durch.
Das war sie nicht! Und mit einer entschlossenen Bewegung löste sie
den Reißverschluss des Kleides und trat es unters Bett. Sekunden später war sie
aus den Schuhen geschlüpft und hatte sich das schwarze Etuikleid über den Kopf
gezogen. Es umschmeichelte locker ihre schlanke Figur, knielang und schmal
geschnitten. Schlicht und trotzdem elegant genug für eine solche Veranstaltung.
Zufrieden drehte sie sich noch
einmal vor dem Spiegel. Zog dann ein paar relativ flache Pumps aus dem
Schuhregal, schlüpfte hinein und holte noch einmal tief Luft. Sie hatte ihre
Haare wieder aufgedreht und sanfte Locken umschmeichelten ihr Gesicht. In wenig
fremd kam sie sich immer noch vor, aber längst nicht mehr so wie in dem rosa
Traum aus Tüll.
Wenige Augenblicke später
schritt sie auch schon langsam die Treppe der Eingangshalle herunter und
sammelte sich kurz, bevor sie das große, vor Gästen nur so wimmelnde Wohnzimmer
betrat.
„Ah, da ist sie ja… darf ich
vorstellen? Buffy Summers aus Clearwaterfalls. Eine Tochter meines
Schulfreundes und zu Besuch in Sunnydale. Buffy, du siehst hinreißend aus.“
Erleichtert nahm sie Everetts
Kompliment auf und reihte sich ein, unzählige Hände zu schütteln und belanglose
Fragen zu beantworten. Liam hatte sich zu ihr durchgedrängelt und ihre Hand
geküsst, was sie beinahe aufkichern ließ. Nach wenigen Minuten war sie
endgültig aufgetaut und mischte sich unter die Gäste.
Alle waren ausgesprochen
freundlich zu ihr und ihr anfängliches Unwohlsein verflüchtigte sich von Stunde
zu Stunde mehr. Liam wich die meiste Zeit nicht von ihrer Seite, auch wenn er
Mühe hatte sich einige Damen vom Hals zu halten, die ihn permanent in Gespräche
verwickeln wollten, was sie mit einem Lächeln
zur Kenntnis nahm.
Ihr Sektglas wurde ständig
nachgefüllt und so machte sich nach einiger Zeit auch der völlig ungewohnte
Alkohol bemerkbar, so dass sie auf der Terrasse nach frischer Luft schnappen
musste. Hinter einer aufgestellten Palme setzte sie sich auf das niedrige
Steingeländer und atmete die frische Nachtluft ein. Es machte ihr Spaß, das gab sie zu, aber trotzdem fühlte sie sich
deplaziert in dieser Gesellschaft von Schönheit und Geld.
„Hast du diese kleine Nutte
gesehen, an der Liam die ganz Zeit hing?“
Erschrocken fuhr sie zusammen
als sie eine weibliche Stimme hörte, trat aber nicht aus dem Schatten der
Pflanze.
„Ja, macht auf Unschuld vom
Lande. Die Sorte kenn ich, aber Liam fährt voll darauf ab. Kannst du mir
erklären was er an ihr findet? Seit Monaten versuche ich um jeden Preis seine
Aufmerksamkeit zu erregen und kaum kommt dieses Landei und er macht Stielaugen.
Die ist doch so etwas von durchtrieben, das erkenne ich auf den ersten Blick.
Pass auf, in ein paar Wochen hat sie ihn um den Finger gewickelt und er macht
den Schosshund. Das ist doch auch nur eine die sich verkauft wie alle anderen.
Naja, es wird ihm bald langweilig werden mit der Unschuldstour. Ich habe läuten
hören, dass er es mag wenn Frauen wissen wie es im Bett funktioniert. Der
kleine Rauschgoldengel sieht nicht so aus als wenn sie bis 3 zählen könnte,
wenn du weißt was ich meine…“
Damit verschwanden die beiden
aufgestylten Damen wieder kichernd im Inneren des Hauses und Buffy traute sich
wieder zu atmen.
Erst jetzt war ihr wieder
bewusst geworden warum sie hier war. In den letzten Tagen war ihr beinahe
entfallen, dass sie da war um zu heiraten. Liam
zu heiraten um genau zu sein und ihr wurde
schmerzhaft klar, dass sie vergessen hatte, in was für einer Welt sie sich
bewegte.
Was, wenn die Frauen recht hatten und er bald kein Interesse mehr
haben würde? Dann würde ihr Vater, mit dem sie täglich telefonierte und dem es
immer besser ging seine Kur abbrechen müssen und sie würden wieder ihr einsames
Leben führen müssen. Clearwater würde sicher bald endgültig zwangsversteigert
werden und sie stünden auf der Straße.
Die Sorge um ihren Vater, der
Alkohol und die dummen Sprüche der Frauen hatten ihr übriges getan sie völlig
zu verwirren und mit Tränen in den Augen stürzte sie sich in den Garten. Auf keinen Fall sollte auch noch jemand
sehen, dass sie eine alte Heulsuse war.
Irgendwo in dem weitläufigen
Garten hatte sie in der Dunkelheit die Orientierung verloren. Das war kein Garten, das war ein Park!
Erschöpft ließ sie sich auf einer Steinbank unter einer Weide fallen, die
schützend ihre Äste über sie gebogen hielt.
Aus der Ferne hörte sie leise
Musik und Lachen, doch das war erst einmal uninteressant. Sie hatte einen
Schwips und fühlte sich einfach nur schrecklich. Schniefend wischte sie sich
die Tränen aus dem Gesicht, nicht merkend wie die Tusche dunkle Ränder unter
ihren Augen verursachte und alles verschmierte.
„Hier, hör auf zu heulen.“
Unbemerkt hatte sich eine Gestalt genähert und erschrocken hickste Buffy auf.
Zuerst konnte sie mit dem Schleier in den Augen nichts erkennen, doch dann
klärte sich das Bild. Spike stand vor ihr und reichte ihr ein sauberes
Papiertaschentuch. Seine andere Hand war in seiner schwarzen Jeans vergraben
und sein Blick war unsicher.
Dankbar nahm sie ihm das Tuch
ab, schnäuzte sich laut und knüllte es dann in ihren Händen zusammen. Spike
wusste nicht was er tun sollte. Er war im Park spazieren gegangen um eine zu
rauchen und um durch die Fenster einen Blick auf die Party zu erhaschen und
sich über die Trottel zu amüsieren. Dann war er auf das heulende Elend im
Garten gestoßen und hatte eine Weile nicht gewusst was er machen sollte.
„Ich bin eine Nutte…“ erklärte
sie leicht lallend. Die frische Luft sorgte dafür, dass sich die Wirkung des
Alkohols verstärkte und überrascht riss er eine Augenbraue in die Höhe.
„Ich muss mich verkaufen, aber
Pa ist doch krank und ich bin seine einzige Hilfe.“
Wieder schniefte sie und rieb
sich mit dem Handrücken über die Nase.
„Ich hab doch keine Ahnung was
ich tun muss damit Liam mich mag. Er mag keine langweiligen Landeier, weißt
du?“
Mit einem Lächeln erkannte er,
das sie eindeutig zuviel getrunken hatte und nun einfach dem erstbesten ihr
Herz ausschütten wollte.
Langsam setzte er sich neben sie
und fingerte nach seiner Schachtel, dann erinnerte er sich an so etwas wie
gutes Benehmen und bot ihr auch eine Zigarette an.
Mit zitternden Händen zog sie
eins der Stäbchen aus der Packung und hatte Mühe es sich mit dem Zippo
anzustecken, was Spike ihr in die Hand gedrückt hatte.
Nach dem ersten tiefen Zug
hustete sie sofort los und William hatte Mühe nicht laut loszulachen.
„Ich kann auch gar nichts“
schimpfte sie und trat die Kippe wütend auf dem Grasboden aus.
„Spike, können Sie mir helfen?
Was muss ich tun damit Liam mich mag? Ich hab doch keine Ahnung. Ich kann nicht
einmal küssen. Peter hat mir das gesagt.“
Sie nickte und hickste
gleichzeitig während sie sich wieder mit dem Handrücken über die Augen fuhr um
die Tusche noch weiter auf ihrem Gesicht zu verteilen.
„Peter?“ Für einen Moment war
Spike irritiert und er wusste nicht wovon Buffy da sprach.
„Ja, Peter, in der 4. Klasse.
Wir haben ein Spiel gespielt und ich musste ihn küssen und er hat mich
ausgelacht.“
Spike war kurz davor seine
Beherrschung zu verlieren und hätte beinahe vor Lachen gebrüllt. Die Kleine war köstlich in ihrer Naivität.
„Ich glaube darüber brauchst du
dir wirklich keine Sorgen zu machen. Vermutlich ist Liam schon über beide Ohren
in dich verknallt.“ Verdammt, das hatte
er nicht sagen wollen und ihn ärgerte der Gedanke, dass es wahrscheinlich
sogar schon der Wahrheit entsprach.
„Außerdem würde er dich auch
heiraten wenn du hässlich wie die Nacht wärst. Er will Clearwater zu einem
Hotel machen, hast du das schon vergessen?“
Schniefend schaute Buffy auf und
starrte Spike nachdenklich an. Sie hatte keine Ahnung woher der Mechaniker
soviel Informationen hatte, aber ihr vernebelter Verstand ignorierte das
einfach.
Sie seufzte wieder auf, aber
ihre Tränen schienen endlich versiegt zu sein. „Ich muss zurück.“
William nickte und hielt sie
aber gleichzeitig auf.
So kannst du unmöglich wieder
rein, mach dich erst einmal sauber.“ Damit zog er ein weiteres Taschentuch aus
dem hinteren Teil seiner Hose und reichte es ihr.
Verwirrt sah sie in seine blauen
Augen und unterdrückte ihren Wunsch ihn aus Dankbarkeit zu küssen. Allerdings
verstand sie nicht genau, was er meinte und runzelte gleichzeitig ihre Stirn.
Seufzend hielt er ihr das Tuch
vor die Nase und befahl ihr einmal kräftig hereinzuspucken, was sie auch ohne
zu zögern tat, um dann kräftig an ihrem Gesicht herumzuwischen bis auch die
letzten Reste der Tusche beseitigt waren.
„Danke“ flüsterte sie und
reichte ihm ihre kleine Hand. Sie sah
einfach zu bezaubernd aus mit den feuchten Augen, den leicht geöffneten Lippen
und den geröteten Wangen und zähneknirschend verfluchte sich William dafür,
dass er seinen Bruder beneidete.
Bevor er auch nur einen weiteren
Gedanken verschwendete, hatte er sie einfach in die Arme gerissen und drückte
seine Lippen hart auf die ihren. Für einen Augenblick stemmte sie sich gegen
seine Brust, sank dann aber dagegen und ließ zu dass seine Zunge sanft anfing
ihre Mundhöhle zu erforschen. Seine Hände umschlossen ihr Gesicht und sie hatte
ihre Augen geschlossen um sich ganz dem Gefühl hinzugeben, den dieser Kuss in
ihr auslöste.
Ihr ohnehin vernebelter Verstand
bewölkte sich mehr und mehr und ein angenehm warmes Kribbeln breitete sich von
ihrem Kopf bis in die Zehenspitzen aus. Wie von selbst legten sich ihre Arme in
seinen Nacken und hielten damit ihre wackeligen Knie aufrecht.
Sie hatte keine Ahnung wie lange
sie da standen, aber es kam ihr vor wie eine wunderbare Ewigkeit. Sämtliche
Wärme schien sich in ihrer Körpermitte zu versammeln und hinterließ ein schmerzhaftes
Pochen in ihrer Magengegend.
Endlich schaffte es Spike sich
von ihr zu lösen und stemmte sie eine Armlänge weit von sich. Verdammt, das hatte er nicht gewollt - oder
doch, wenn er ehrlich war. Aber jetzt musste er dringend fort und eine
kalte Dusche nehmen, bevor er ihre Betrunkenheit weiter ausnutzen würde.
Beinahe schlagartig war Buffy
wieder nüchtern geworden und fuhr sich erschrocken über ihre Lippen und sie
schämte sich für die aufkeimenden Gedanken. Sie stolperte einige Schritte
rückwärts und drehte sich dann um und rannte davon.
„Hey..“
rief Spike ihr noch hinterher. „Sag Peter, er ist ein Idiot!“
Teil 4
Ihr hochrotes Gesicht hatte sich
wieder abgekühlt als sie die Terrasse erreichte und dort auch sofort von Liam
in Empfang genommen wurde, der sie schon die ganze Zeit gesucht hatte.
„Ich musste dringend frische
Luft schnappen. Der Alkohol ist mir wohl etwas zu Kopf gestiegen“ entschuldigte
sie sich nach seiner vorwurfsvollen Frage wo sie denn gesteckt hätte und
lächelnd hakte sie sich in seinen ihr einladend entgegengestrecktem Arm.
Der nächste Morgen brachte ihr
den ersten Kater ihres Lebens und nachdem
Giles sie in der Küche mitleidig mit einer ‚Spezialmixtur’ und ein paar
Aspirin versorgt hatte ging es ihr schon ein wenig besser. Sie entschuldigte
sich früh und war in den Park gegangen um ihre Gedanken zu ordnen. Zu genau
konnte sie sich an das erinnern, was am Vorabend vorgefallen war und sie wollte
sich dringend bei Spike entschuldigen. Von der Haushälterin hatte sie erfahren,
dass der junge Mann wohl eine Hütte im Garten bewohnte, als sie beiläufig
danach gefragt hatte, allerdings war der Blick der grauhaarigen Frau sehr
merkwürdig dabei gewesen.
Offenbar war der junge Mann
nicht gerade beliebt, denn sobald durch Zufall einmal das Gespräch auf ihn
gelenkt wurde, lenkten auch Everett und Liam sofort vom Thema ab. Wahrscheinlich gehörte es sich einfach nicht
über Angestellte zu reden, vermutete sie, obwohl das Verhältnis zwischen
dem Hausverwalter und den Montgomerys beinahe familiär zu nennen war.
Sogar die Sekretärin der beiden
duzte sie auf freundschaftliche, respektable Weise.
Nach ein paar Gehminuten, an der
Weide mit der Steinbank vorbei erreichte sie auch schon die ‚Hütte’ wie Mrs.
Bridges das Gartenhaus genannt hatte und musste lächeln. Das war so typisch für
alles hier.
Die ‚Hütte’ hatte beinahe die
Ausmaße eines kleinen Einfamilienhauses, allerdings wie im Countrystil ganz aus
Holz und wie aus einem Western entsprungen.
Himmel, was tat sie hier überhaupt? Der Gedanke an den Kuss trieb ihr
erneut die Schamröte ins Gesicht. Wenn sie jemand dabei beobachtet hätte? Beinahe
körperlich fühlte sie wieder dieses Ziehen in der Magengegend, welches er
ausgelöst hatte und in einer hinteren Ecke ihres Verstandes wünschte sie sich,
dass er es wieder tun würde. Böse
Gedanken Buffy, ganz böse….
Spike war nur nett gewesen,
wobei der Kuss schon eine recht merkwürdige Vorstellung von ‚nett’ war. Sie
erwischte sich bei der Frage ob es mit Liam genauso sein würde und musste sich
erst einmal die wirren Gedankengänge aus dem Kopf schütteln, als sie an die rauen
Türbretter klopfte.
„Giles, ich habe doch gesagt,
ich will kein Frühstück, verdammt.“
Einen Moment wunderte sich
Buffy, dass Giles auch für das Frühstück der Angestellten zuständig war, kümmerte
sich dann aber nicht weiter darum, denn ganz offensichtlich war er da und so
trat sie unaufgefordert ein.
„Spike, kann ich dich sprechen?“
Sie war in das vertraute ‚du’ übergegangen ohne es zu bemerken.
Das Sofa stand mit dem Rücken zu
ihr und ein breiter Flachbildschirm zeigte wechselnde Bilder ohne Ton. Sein
blonder Schopf lugte über den Rücken der Couch hinweg und ruckte herum, als er
hörte wer da war.
Sofort sprang er auf und
erschrocken zwinkerte Buffy, denn er hatte nur seine abgewetzte schwarze Jeans
vom Vorabend an, ansonsten war sein Oberkörper nackt und sie musste schlucken.
Der Anblick brachte noch mehr komisches Ziehen in der Bauchgegend und sie sah
geflissentlich an ihm vorbei aus dem Fenster, auf das sie nun scheinbar
interessiert zutrat. Obwohl es warm war, fröstelte sie plötzlich stark in dem
kurzen Trägertop, das sie trug.
„Schöne Aussicht“ murmelte sie,
lehnte sich auf das Fensterbrett und sie war sich nicht einmal sicher ob sie
das meinte, was sie gerade draußen an Pflanzen sah.
„Was willst du hier?“ Seine
Stimme klang nicht erfreut und sie musste schlucken, drehte sich aber nicht um
als sie merkte, dass er ein paar Schritte auf sie zukam.
„Ähm … ich wollte mich
entschuldigen. Wegen gestern. Ich habe zuviel getrunken und eine Menge Blödsinn
geredet.“
Gut, der schwerste Teil war geschafft, jetzt musste sie sich nur noch
vergewissern dass er es auch akzeptierte, dann könnte sie wieder zurück.
„Hm, gibt es da draußen etwas
Interessantes zu sehen?“
Er stand nun direkt hinter ihr
und ihr wurde schlecht bei dem Gedanken, dass seine Haut sie beinahe berührte.
Ihr Herz drohte ihr aus dem Hals zu springen, der nun wie zugeschnürt war und
ihre Handflächen pressten sich fest auf die hölzerne Fensterbank. Die Bilder,
die sich in ihrem Kopf materialisierten waren alles andere als anständig und
sie verfluchte sich für die Idee hierher gekommen zu sein.
Na klasse, jetzt hatte er sich direkt hinter sie gestellt,
presste seine Brust an ihren Rücken, die Hände links und rechts neben ihren, so
dass sie keine Ausweichmöglichkeit mehr hatte weg zu kommen.
„Entschuldigen, hm? Gut,
akzeptiert, Ich vergesse einfach das du mich geküsst hast und verrate Liam auch
nichts, deshalb bist du doch gekommen, oder?“
War das so? Sie presste fest ihre Zähne aufeinander, so dass
es schmerzte. Wenn sie ehrlich zu sich selber war, dann hätte sie zugegeben,
dass sie ihn sehen wollte, doch das durfte nicht sein.
Gott Buffy, du bist ja so naiv. Bist drauf und dran dich in den
erstbesten Kerl zu verlieben, der dich küsst und den du nicht einmal
kennst, dabei wartet auf dich ein
wunderbares Leben an der Seite eines gutaussehenden reichen Mannes, der, so
hatte sie die Andeutungen von ihm beim Frühstück verstanden, gar nicht abwarten
konnte bis der Ehevertrag unter Dach und Fach war. Außerdem … WAS hatte er da gerade gesagt?
Erst jetzt wurde es ihr bewusst
und wütend drehte sie sich um.
„Ich habe dich nicht geküsst - du
hast mich geküsst, das ist ein großer Unterschied und ich wollte mich wirklich
nur entschuldigen und dir sagen dass sich…“
Hilfe, jetzt war sie in der Falle …
Sein Gesicht war direkt vor ihr
und seine amüsiert funkelnden blauen Augen fixierten sie wie die
sprichwörtliche Schlange die Maus. Ihr Blick wanderte an seiner nackten Brust
herunter und beinahe hätte sie ihre Finger danach ausgestreckt die Muskeln die
sich unter der Haut abzeichneten zu berühren.
„…dass ich…“ Verdammt, was hatte sie sagen wollen?
„Dass du es wieder tun
möchtest?“ brachte er ihr Satz zu Ende, und sie hätte beinahe genickt ohne dass
sie es wollte.
„Nein“ kreischte sie auf und
wollte sich an ihm vorbeischieben, doch er stellte sich ihr sofort wieder in
den Weg. Zischend zog sie die Luft ein und hatte ihre Hand zum Schlag
ausgeholt, welche er jedoch spielend leicht abfing und ihr dafür ein zynisches
Lachen schenkte.
„Lass mich los“ fauchte sie ihn
an und wollte ihm ihr Handgelenk entreißen, das er mit eisernem Griff umfangen
hielt.
„Sag mir, dass es dir nicht
gefallen hat“ lachte er und amüsierte sich über ihren wütenden Gesichtsausdruck.
„Nein, es hat mir nicht
gefallen. Es war widerlich“ schimpfte sie los und stellte erleichtert fest, dass sich sein
Griff endlich lockerte.
Mit einem Ruck riss sie sich los
und stieß mit dem Rücken an die Tür. Sein Gesicht kam ihrem bedrohlich nah und
sie vergaß einige Sekunden zu atmen.
„So, was war denn am
Widerlichsten? Das?“ Nur flüchtig berührten seine Lippen ihren Mund und sie
keuchte kurz auf.
„Hm, das war es nicht, etwas
das?“ Jetzt legte er wieder seine Lippen auf ihre. Sanft und nicht so fordernd
wie am Vorabend. Wie von selbst öffneten sich ihre Lippen um seiner Zunge
Einlass zu gewähren. Sie konnte nicht denken, geschweige denn hatte sie die
Kraft ihn wegzustoßen. Die Wärme, die der Kuss auslöste breitet sich immer
weiter aus und wie von selbst begannen ihre Hände mutig seinen Oberkörper zu
erforschen.
Seine Arme hatte er neben ihren
Kopf an die Tür gelegt, so dass sie keine Chance zum entkommen hatte, aber ihr
Verstand war sowieso derartig ausgeschaltet, dass sie es nicht einmal bemerkt
hätte.
Enttäuscht seufzte sie auf, als
er den Kuss irgendwann unterbrach, benommen und schwer atmend öffnete sie
wieder ihre Augen. Für einen Augenblick war sie immer noch wie in Trance, aber
dann sah sie sein überhebliches Lächeln und sofort wurde ihr wieder bewusst was
sie gerade getan hatten. Ihre Finger fuhren herauf zu ihren Lippen und
erschrocken stöhnte sie auf.
„Widerlich, he?“ fragte er
süffisant und ohrfeigte sich innerlich selber dafür, da sofort der verklärte
Ausdruck in ihren Augen verschwand und sie ihn zornig anfunkelte.
„Abartig, nie wieder!“ brüllte
sie ihn an und duckte sich um seinen Armen zu entkommen, doch er war schneller,
zog sie wieder zu sicher heran.
Wieder presste er seine Lippen
auf ihre und er spürte augenblicklich ihren schmelzenden Widerstand. Seine Hand
wanderte ihren Nacken entlang bis hinunter zu ihrer Hose, wo sich ihr kleiner
fester Hintern aufreizend gegen seine Handinnenflächen presste.
Er drückte sie gegen sich und
ließ sie seine Erregung spüren, so dass sie kurzzeitig zwischen seinen Lippen
aufkeuchte. Mehr wollte er nicht und er rückte sie ein Stück von sich weg.
Außerdem wurde es ihm unangenehm eng in der Hose und wenn er weitermachen
würde, dann würde er der Kleinen noch ganz andere Dinge zeigen von der sie
sicher wieder behaupten würde, es wäre Widerlich.
„Komm nie wieder hierher, hörst
du? Das nächste Mal bleibt es nicht beim Küssen, Liebes. Wenn du noch einmal
hier auftauchst gibt es kein Zurück.“
Sie schien nicht zu verstehen
sondern sah ihn mit gläsernen Augen erwartungsvoll an.
„Jetzt geh zu Liam und zeig ihm
was du gelernt hast“ fügte er hämisch hinzu.
Er wollte das nicht sagen, aber
er wollte sich auch nicht in die Kleine verlieben und das war der beste Weg es
zu vermeiden.
Erst jetzt flatterten ihre Lider
und eine leichte Röte überzog ihre blass gewordenen Wangen. Blitzschnell hatte
sie sich umgedreht und war regelrecht herausgestürzt. Immer noch brannten ihre
Lippen und sie versuchte sich daran zu erinnern wie sich seine Haut unter ihren
Händen angefühlt hatte.
Er ist ein Arsch, schlag ihn dir aus dem Kopf mahnte
sie sich selber, als sie den Rückweg beinahe rannte.
Sie wusste genau wovor er sie
gewarnt hatte und sie war sich sicher, dass sie im Bett gelandet wären, wenn er
nicht aufgehört hätte. Herrje, sie
kam sich nun wirklich vor wie ein Flittchen. Warf sich dem erstbesten an den Hals und wäre um ein Haar mit ihm …
Sie brachte den Gedanken erst gar nicht zu Ende,
sondern versuchte ihren beschleunigten Atem zu beruhigen.
„Geh zu Liam und zeig ihm, was du gelernt hast.“ Die Worte hatten
sie hart getroffen.
So hatte er das also nur gesehen? Eine Art Schulstunde für Landeier? Zornig
strich sie sich über den Mund und ihre Sachen, als wenn sie damit die
Erinnerung an das wegwischen könnte, doch das Gefühl, welches er ausgelöst
hatte, war immer noch da und breitete sich wie ein Virus in ihren Adern aus. Es war zum Heulen …
Teil 5
„Ah, da bist du ja. Unser Anwalt
hat gerade die Unterlagen gebracht, du kannst sie dir in Ruhe ansehen… Stimmt
etwas nicht?“
Everett und Liam sahen auf als
sie ins Wohnzimmer kam und sich mit zittrigen Knien auf das gigantische Ecksofa
gesetzt hatte. Sie schüttelte verneinend den Kopf und nahm dankend das Glas
Wasser entgegen, welches Everett ihr einschenkte.
„Nun, ich denke, dann steht
unserer kleinen Familienzusammenführung ja nichts mehr im Wege. Wenn alles in
Ordnung ist, sollten wir einen Termin festmachen. Was hältst du von nächsten
Monat?“
Liam hatte sich direkt neben sie
gesetzt und vorsichtig ihre Hand genommen.
„Ich glaube ich lasse euch
beiden für einen Augenblick allein“ lächelte der ältere der beiden Männer und
verließ leise den Raum, denn er spürte dass er jetzt nur stören würde. Mit
sicherem Instinkt hatte er erkannt, dass es für das Mädchen noch einiges zu
klären gab, aber das ging ihn nichts an. Er war erleichtert, dass es so einfach
gewesen war. Sein Ältester kam unter die Haube, dazu noch mit einem absolut
reizenden Mädchen und sie hatten endlich Clearwater für ihre aufsteigende
Hotelkette.
„Liam, darf ich dich etwas
fragen?“
Ihre Knie zitterten immer noch
und sie fühlte sich schrecklich. „Meinst du es ist richtig was wir tun? Ich
meine so eine reine Geldheirat? Wir empfinden doch nichts füreinander. Damit
meine ich nicht, dass ich dich nicht mag, Du bist so nett, freundlich, siehst
gut aus, aber sollte da nicht mehr sein? Wir kennen
uns doch kaum?“
Freundschaftlich drückte er ihre
kalte Hand und beugte sich ein wenig zu ihr herüber. „Du, das ist genau der
Grund warum es zwischen uns funktionieren könnte. Ich meine wir wissen genau,
dass es vernünftig ist. Da ist keine störende Verliebtheit, dafür gibt es auch
kein grausames Erwachen. Jeder wird wissen was er an seinem Partner hat. Wir
mögen uns, finden uns beide nicht unattraktiv und stellen keine großen
Erwartungen an den anderen. Manche Paare stellen auch nach zig Ehejahren Neues
an ihnen fest und wer weiß, vielleicht wächst ja noch etwas, was wir nicht
erwarten. Zumindest sollten wir uns die Möglichkeit offen lassen das es Liebe
werden könnte.“
Oh ja, das klang absolut vernünftig und logisch. So herrlich
beruhigend. Genau, das, was sie jetzt brauchte. Beständigkeit, Zuverlässigkeit
und Loyalität. Wie viel Verlobte konnten das schon auf Jahre im Voraus für sich
in Anspruch nehmen?
Er drückte sie einen Moment an
sich und sie genoss die tröstende Wärme die er ausstrahlte. Sie fühlte sich
schon erheblich besser und großartig rational, genau das was sie brauchte.
Seine Hand umfing liebevoll ihr
Kinn und sanft, ganz vorsichtig drückte er ihr einen flüchtigen Kuss auf ihre
Lippen und als er keinen Widerstand spürte, wurde Liam auch schnell mutiger.
Der Kuss war nicht lang, aber intensiv und … nett … verdammt fiel ihr kein anderes Wort dazu ein? Es war – nett- verflixt. Warum gab es keine Schmetterlinge im Bauch? Tanzende Farben vor den
Augen und ein Ziehen in der Magengegend?
Seufzend lehnte sie sich gegen
seine breite Schulter und schloss ihre Augen. Es könnte funktionieren, beschwichtigte sie sich selber. Immerhin
war es nett. Nicht abstoßend, wie sie erst erwartet hatte, sondern … nett … Gott, warum hatte das Wort so einen
fahlen Beigeschmack?
Kurz darauf hatte sie sich
zurückgezogen um in Ruhe nachzudenken. Sie lag lang ausgestreckt auf ihrem Bett
und grübelte darüber nach warum sie immer noch das Gefühl hatte, genau das
Falsche zu tun.
Liam war ein Traum. Sah gut aus, war stets freundlich, hatte die
besten Argumente, die man sich vorstellen konnte und sie war sich sicher, dass
er auch in einer Ehe diese Attribute nicht ablegen würde. Ganz anders als
dieser Spike, von dem ständig eine beinahe gefährliche Aura ausging, Oder war
sie es, die das so empfand? Ihre Gefühle waren ständig außer Kontrolle wenn sie
ihn traf, nicht so beständig und beruhigend wie bei Liam. Was hatte sie
außerdem für Alternativen? Eine heiße Affäre mit dem Mechaniker der Montgomerys
um nachher mittellos auf der Straße zu stehen, oder eine sichere Zukunft für
sich und ihrem Vater mit einem Mann der sie den Rest ihres Lebens mit dem
gehörigen Respekt behandeln würde? Und warum dachte sie über so etwas Nutzloses
überhaupt nach?
Wahrscheinlich würde Spike
sofort gekündigt wenn herauskäme, dass er die Verlobte des Chefs geküsst hatte.
Unruhig warf sie sich in den
weichen Kissen hin und her bis sie vollständig zerwühlt waren. Ihre Ehe würde
perfekt sein und der Rest würde sich finden. Die Welt war an ihr nicht völlig
spurlos vorüber gegangen, dass sie nicht wusste was sie noch alles erwarten
würde.
Die Vorstellung mit Liam ins
Bett zu gehen war alles andere als abschreckend, auch wenn sie noch keine
genaueren Vorstellungen hatte und ob das, was man gelesen oder im Fernsehen
gesehen hatte sich wirklich immer so abspielen würde.
Bestimmt würde ihr Schlafzimmerleben genauso rational und nett sein,
wie der Kuss von vorhin … Bahh… nett … da war wieder dieses furchtbare Wort.
Es dauerte noch eine Weile bis
sie endlich ruhig genug zu werden um in einen dämmrigen Schlummer zu fallen.
„Hi Peach, ist hier noch eine
Flasche Scotch von der Party übrig?“ Spike war ohne anzuklopfen ins Wohnzimmer geplatzt
und Liam, der über einigen Unterlagen brütete, sah erschrocken zu seinem Bruder
auf.
„William, bist du verrückt? Wenn
Buffy nun hier gewesen wäre? Ich dachte du willst so lange wie möglich
inkognito bleiben?“ Nicht dass es ihn gestört hätte, aber wer weiß welchen
Eindruck sein verdrehter Bruder auf seine Verlobte gemacht hätte….
„Keine Sorge, hab vorher durchs
Fenster geschaut ob sie da ist… ich blamier dich schon nicht.“
Zielsicher hatte er die
Gedankengänge seines Bruders erkannt und kramte im Fach der Zimmerbar nach
geeigneten Spirituosen. Die kalte Dusche hatte verdammt noch mal nicht
geholfen, also entschloss er sich seinen sexuellen Frust im Alkohol zu
ertränken.
„Übrigens kannst du uns
gratulieren. Buffy hat eben die Papiere unterschrieben. In drei Wochen ist die
Hochzeit, du kannst ja bis dahin in deiner Hütte bleiben wenn du willst.“
Die Flasche zerbarst mit einem
Knall auf dem Boden und Liam legte seine Unterlagen genervt auf den Tisch ab.
„Ach ja? Gratuliere!“
Spikes Stimme hatte einen
bedrohlichen Unterton angenommen und Liam kannte seinen Bruder zu genau um
nicht zu bemerken, dass etwas in ihm brodelte.
„Du hältst das immer noch für
eine Schnapsidee, stimmt’s? Aber keine Angst William, ich denke es wird besser
als ich mir vorgestellt habe. Vermutlich lodert unter der naiven Fassade ein
kleiner Vulkan, den es zu wecken gibt.“ Er flachste eigentlich nur herum wie
sie es früher getan hatten, wenn es um Mädchen ging, doch diesmal reagierte
Spike nicht in seiner gewohnten spitzen Art, sondern knallte nur wütend das
Barfach zu und schob mit dem Fuß die Scherben beiseite.
„Und wenn nicht, dann gibt es
einmal die Woche Blümchensex und den Rest erledigen Jackies Mädchen diskret und
anonym wie immer.“
Liam war nicht auf den Kopf
gefallen und bemerkte die Veränderung seines Bruders nur zu genau … und es hatte etwas mit Buffy zu tun, da
war er sich sicher.
In nur einem Satz hatte William
die Distanz zischen sich und seinem Bruder überwunden und ihm wutentbrannt am
Kragen gepackt. Für einen winzigen Moment glaubte Liam, dass er ihn schlagen
würde, aber dann ließ er ihn schon wieder los, indem er ihn weit von sich
stieß. Verdammt noch mal hatte er
irgendetwas verpasst in den letzten Tagen?
Mit zusammengekniffenen Augen
sah er zu, wie William schwer atmend und wütend seine Fäuste ballte und
donnernd gegen die Wohnzimmerwand schlug um kurz drauf aus dem Haus zu
verschwinden.
Nachdenklich sah der Größere ihm
noch hinterher und griff dann schmunzelnd nach den Unterlagen.
Schweißgebadet wachte Buffy auf
und sah erschrocken auf ihre Uhr. Es war bereits mehr als eine Woche vergangen,
seit dem Tag im Gartenhaus und sie hatte es möglichst vermieden Spike wieder zu
treffen. Ein paar Mal waren sie sich eher zufällig über den Weg gelaufen, aber
dann war stets Liam an ihrer Seite gewesen und er hatte sie instinktiv, so
dachte sie, schützend in den Arm genommen, sie in ein angeregtes Gespräch
verwickelt, oder ähnliches gemacht um sie von ihm abzulenken.
Wobei das sicher nicht direkt nötig gewesen wäre, da er sie eh kaum
eines Blickes würdigte.
Sie hasste sich für diese
Träume, denn sie handelten meist von ‚ihm’, erstellt von ihrem dummen
Unterbewusstsein und ihrem erweckten sexuellen Interesse an dem, was er als ihr
in Aussicht gestellt hatte, sollte sie es noch einmal wagen zu ihm zu kommen.
Je näher das Datum der Hochzeit rückte, desto schlimmer wurden diese Träume.
Zu allem Überfluss verhielt sich
Liam auch noch wie der perfekte Verlobte. Täglich überraschte er sie mit
kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten, ging mit ihr Essen, zeigte ihr die
Stadt und die Umgebung. Brachte ihr Schachspielen bei, ging ins Kino und war
überhaupt der perfekte Gentleman. Sie hatten sich noch öfter geküsst. Einmal
sogar als Spike gerade mit seinem Motorrad vorbei gerast war und es war …nett… uhm, schon wieder dieses Wort …
gewesen.
In diesen Tagen, in denen sich
ihr komplettes Leben verändert hatte, machte sie das, was ihr in den vergangen
Jahren entgangen war und konnte es nicht einmal richtig genießen wie es sich
gehörte.
Ihr Vater hatte so glücklich am
Telefon geklungen, als sie ihm erzählte das Liam der beste Ehemann war, den man
sich nur vorstellen konnte und sie hätte sich lieber auf die Zunge gebissen,
als ihm zu erzählen dass es da einen anderen gab, der täglich in ihren Träumen
ihren Kopf verdrehte.
Jemanden, den sie kaum kannte,
von dem sie nichts wusste und über den auch niemand in diesem Haus reden
wollte.
Es war bereits Nachmittag, sie
hatte sich nach dem Mittagessen nur kurz hinlegen wollen, war aber dann eingeschlafen.
Eigentlich war sie um 4 Uhr mit Liam verabredet gewesen, aber der Wecker zeigte
bereits eine viertel Stunde später und sie sprang erschrocken auf. Schnell
schlug sie sich im Bad ein wenig kalte Wasser ins Gesicht und sprang dann
schnell die Stufen herunter, wo Liam sie im Wohnzimmer schon erwartet.
„Hallo mein Schatz“ strahlte er
und sah sich suchend im Zimmer um, als wenn er etwas verloren hätte.
„Entschuldige, ich bin
eingeschlafen…“ versuchte sie eine Erklärung für ihre Verspätung zu geben, bemerkte
dann aber, dass er ihr gar nicht zuhörte, sondern jetzt sogar auf die Knie
gesunken war.
„Mika … komm her mein Süßer.“
Äh … sie verstand nicht, was das sollte, ging aber
bereitwillig ebenfalls in die Hocke um sich suchend umzusehen.
Endlich schien er gefunden
haben, was er suchte, denn Liam lag nun flach auf dem Bauch und griff energisch
unter das Sofa um dann ein kleines Fellbündel hervorzuziehen.
„Hier, für dich, aber verrat
nicht das ich ihn dir gekauft habe.“ Strahlend hielt er ihr das weiche
Fellbündel entgegen, aus denen dunkle Knopfaugen ihr entgegenblickten.
„Ein Hund? Für mich?“ Sie konnte
kaum glauben, dass er das wirklich getan hatte. Erst gestern hatte sie ihm
erzählt, dass sie sich als Kind immer einen Hund gewünscht hatte und sofort war
er los gewesen um ihr diesen Mädchentraum zu erfüllen. Nicht auszudenken was gewesen wäre, wenn sie ‚ein Pony’ gesagt hätte…
„Ja, nichts reinrassiges, aber
ich fand ihn süß. Er heißt übrigens Mika
und ist noch sehr jung. Die Besitzerin meinte er würde noch größer.“ Fragend
sah er Buffy an, die mit feuchten Augen den Welpen entgegenkommen hatte und ihn
ungläubig streichelte.
„Es wäre vielleicht besser wenn
du ihn in den Garten bringst. Giles
köpft mich, wenn ein Malheur passiert.“
Lächelnd ging Buffy sofort
hinüber zu der Terrassentür und ließ den Kleinen hinaus in die parkähnliche
Gartenanlage. Eine Weile sahen sie dem Welpen zu, als Liams Handy plötzlich
klingelte und er genervt annahm. Nach zwei Sätzen war das Gespräch auch schon
wieder beendet und er sah traurig zu seiner Verlobten herüber.
„Tut mir Leid, aber ich werde
dringend in der Firma gebraucht, bis heute Abend.“ Sie drückte ihm noch dankbar
einen Kuss auf die Wange und dann war er auch schon gegangen.
Buffy hatte Mika nur einen
winzigen Augenblick aus den Augen gelassen, aber als sie aufsah war er schon
verschwunden. Erschrocken rannte sie los und suchte die nähere Umgebung und die
Büsche ab, doch der Hund schien wie vom Erdboden verschluckt.
„Mikaaaaaaaa….“ Sie erwartete
nicht wirklich, dass der junge Hund auf sie hören würde, aber ihre Schritte
wurden immer schneller und sie rannte ziellos durch den weitläufigen Garten. An
dem schon leicht versumpften Gartenteich hörte sie endlich so etwas wie ein
leises Jaulen und sie erkannte, dass der Kleine in dem matschigen Untergrund
des Ufers stecken geblieben war. Todesmutig rannte sie regelrecht in das
vermatschte Gestrüpp herein und sank beinahe bis zum Bauchnabel in den
sumpfigen Untergrund, hangelte nach dem Hund und … steckte fest.
Toll … der Welpe war gerettet, leckte ihr gerade das mit
Matsch bespritzte Kinn sauber und sie kam keinen Schritt vorwärts. Das konnte
Stunden dauern bis jemand sie aus ihrem schlüpfrigen Gefängnis befreien würde.
Missmutig blickte sie in das kleine Tiergesicht und hielt ihn mit beiden Händen
hoch.
„Du hast mir da ja ganz schön
was eingebrockt. Wir sitzen fest, ist dir das klar?“ Mika legte seinen Kopf
schräg und hechelte, schien aber nicht so recht zu verstehen worum es bei
diesem Spiel ging.
„Das kann du laut sagen. Darf
ich fragen wie du das geschafft hast?“
Trotz ihrer nasskalten Situation
wurde ihr augenblicklich heiß als sie die Stimme in ihrem Rücken vernahm.
Langsam und soweit es ihr schlammiges Gefängnis zuließ, drehte sie sich um und
sah wie Spike am Ufer stand und offensichtlich sehr schlecht gelaunt zu ihr
blickte.
„Er ist schuld“ schimpfte sie
lauthals zurück und hob den Hund soweit hoch, dass er ihn erkennen konnte.
Stirnrunzelnd sah sich Spike um,
entschloss sich dann aber doch sich vorsichtig vorwärts zu bewegen. Er hatte
Glück und fand eine einigermaßen feste Stelle, die es ihm erlaubte sich bis auf
einen Meter Buffy zu nähern ohne selber tiefer als bis an die Knie einzusinken.
Naserümpfend nahm er zunächst
den kleinen Hund entgegen, schüttelte den Kopf und setzte ihn am festen Ufer ab
um dann Buffy seine Hand zu reichen. Es war schwerer als erwartet das Mädchen
aus dem Schlamm zu ziehen und so lag sie kurz darauf beinahe im Matsch, als
dass er ihr weit hätte helfen können. Mit viel Kraftaufwand und nicht ohne mit
dem Hosenboden selber einmal Bekanntschaft mit der breiigen Pampe zu machen,
schaffte er es schließlich sie beinahe völlig herauszuziehen und ächzend
kämpfte sich Buffy selber das letzte Stück zurück bis auf festes Gebiet.
Erschöpft aber lachend nahm sie
sofort den Hund auf den Arm und schimpft kräftig mit ihm, doch der hatte nichts
Besseres zu tun als ihr einmal quer über das Gesicht zu lecken.
„Es wäre freundlich, wenn du das
hier niemanden erzählen würdest“ bat sie nach einer Weile Spike, der gerade
versuchte sich die modrigen Reste von der Rückseite seiner Hose zu wischen.
„Und wie willst du verhindern,
dass du spurlos wieder ins Haus kommst?“ fragte er lachend und sah an ihr
herunter.
Überall tropfte Matsch von ihr
hinunter und sie erbärmlich aus. Erst jetzt merkte sie die Kälte die bis auf
die Knochen ging.
„Shit“ flüsterte Spike und
strich sich durch die Haare, als er sie zittern sah.
„Ja, ist ja gut. Ich schleich
mich ins Haus und hol dir ein paar Sachen, du kannst dich bei mir duschen und
umziehen.“
Keine Viertelstunde später stand
sie summend unter der Dusche im Gartenhaus und rieb sich den letzten Dreck von
der Haut. Der Welpe war sicher in einem großen Karton untergebracht, wo er
unzufrieden vor sich hinjaulte, aber immerhin keinen Unfug mehr anstellen
konnte während sie sich mühsam aus den voll gesogenen Kleidern schälte. Alles war total ruiniert und taugte nur noch
für die Tonne, aber Spike war ja schon unterwegs um ihre frischen Sachen zu
bringen.
Sie betete inständig, dass ihn
niemand sehen würde, nicht auszudenken was das für ein Gelächter gäbe wenn die
Montgomerys erfuhren, dass sie im Gartenteich festgesteckt hatte….
Da er noch nicht wieder da war,
hüllte sie sich solange in den Bademantel, der an der Tür hing und wartete die
Zeit bis er wiederkam vor dem Fernseher. Zusätzlich hatte sie sich noch eine
Decke, die auf dem Sofa lag, übergeworfen, da die Kälte immer noch nicht ganz
aus ihren Knochen gewichen war, auch wenn es in dem Raum angenehm warm war.
Es dauerte auch nur wenige
Minuten bis der junge Mann mit einem Bündel Sachen unter dem Arm erschien und
sie ihr triumphierend entgegen streckte.
„Hier.“ Grinsend sah er zu wie
sie versuchte mit der Decke aufzustehen, ohne das auch nur der Hauch von Haut
von ihr zu erkennen war. Was allerdings nichts nutzte, da sie ihren Arm ja
ausstrecken musste um ihm die Sachen abzunehmen.
Sein Hinweis darauf, dass er ihr
auch frische Unterwäsche mitgebracht hatte trieb ihr schneller die Kälte aus
dem Körper als angenommen und ihre Zähne knirschten aufeinander als sie ihre
Kieferknochen zusammenpresste um einen scharfen Kommentar zu verschlucken und
verschwand so schnell sie konnte im Bad.
Teil 6
Fünf Minuten später war sie
umgezogen und fühlte sich wieder hervorragend wenn da nicht der glühende Blick
ihres Retters gewesen wäre.
„Ich muss gehen…“ räusperte sie
sich und wollte den Hund aus dem Karton heben, aber Spike hinderte sie daran.
„Es ist eh niemand da, nicht
einmal Giles. Bleib und trink erst einmal etwas Warmes.“
Unsicher sah sie ihn an und
fühlte ihr Herz laut klopfen. Es war nicht gut, länger als nötig mit ihm allein
zu sein, das hatte ihre wenigen Begegnungen eindeutig gezeigt und sie zog
wieder ihre Unterlippe ein, wie immer, wenn sie nervös war.
„Keine Panik … nur Trinken und
Reden… es passiert nichts, was du nicht willst.“
Instinktiv hatte er ihre
Gedanken erraten, allerdings alarmierte sie dies Versprechen eher mehr als das
es sie beruhigte.
„Also gut, ein paar Minuten…“
stimmte sie zögernd zu. Sie freute sich auf etwas Warmes und nahm sich fest vor
danach sofort zu gehen.
Dank einer in der kleinen
Küchenzeile vorhandenen Mikrowelle stand eine Minute später ein dampfender
Kakao vor ihrer Nase und sie setzte sich auf das Sofa, welches auch die einzige
Sitzgelegenheit in dem Raum war. Sicherheitshalber rutschte sie in die eine
Ecke als er Anstalten machte sich ebenfalls mit einem Becher Schokolade
hinzusetzen.
Grinsend nahm er ihre Reaktion
zur Kenntnis und rührte in seiner Tasse herum, pustete ein wenig und trank dann
einen Schluck. Interessiert beobachtet sie wie er mit seiner Zunge über die
Oberlippe fuhr um die Rest des Kakaos zu entfernen und merkte, dass es eine
ganz dumme Idee gewesen war hier zu bleiben.
Mit Gewalt lenkte sie ihre
Konzentration ebenfalls auf ihr Getränk und spürte wie sich seine Wärme
wohltuend in ihrem Inneren verteilte.
„Du scheinst dich ja gut mit
Liam zu verstehen“ brach er endlich die peinliche Stille zwischen ihnen und
Buffy atmete erleichtert durch, das er das Gespräch auf ihren Verlobten
brachte.
„Oh, er ist einfach…“
Nett… Himmel, Buffy, sag jetzt nicht nett, dann gehörst du in die
tiefste Hölle…
„..nett“
Es war raus und sie kam sich vor
wie eine Verräterin.
„Aha. Ja ich hab gesehen, dass
ihr euch gut versteht, außerdem sprechen alle von nichts anderem als von der
Hochzeit.“
Peinlich berührt beobachtet
Buffy wie der Kakao sanfte Wellen in dem Becher schlug.
„Ja, es wird sicher wundervoll.
Cordelia will nächste Woche mit mir das Kleid aussuchen gehen. Everett wollte
ja ursprünglich eine große Sache daraus machen, aber ich hab ihn gebeten es im
engsten Kreis zu belassen. Liam will sogar dafür sorgen, dass mein Vater kommen
kann. Ach, er ist einfach traumhaft. Jeden Tag macht er mir Geschenke und
überrascht mich mit neuen Dingen. Heute kam er mit Mika an, ist er nicht süß?“
Spike rümpfte die Nase und
schielte zu dem Karton aus dem leise Schnarchlaute kamen.
„Unsere Hochzeitsreise will er
unbedingt zu den Niagaras machen, obwohl ich mit jetzt nicht mehr sicher bin ob
ich Wasser noch sehen mag“ grinste sie und plapperte weiter drauflos. Nur um
die Zeit bis ihr Becher leer war schnell herumzubekommen und um aus seiner Nähe
zu kommen.
„Er hat mir übrigens angeboten,
dass ich an den Planungen für das Hotel mitwirken soll, da Clearwater ja in
seinem Urzustand bleiben soll. Ist das nicht eine gute Idee? Liam ist einfach
so…“
„…nett“ brachte Spike ihren Satz
zu Ende und sie verschüttete beinahe etwas von der heißen Flüssigkeit weil ihre
Hand anfing zu zittern.
Durchatmend setzte sie ihre
Tasse ab und stand auf um sich zu verabschieden, doch Spike machte keine
Anstalten sich ebenfalls zu erheben. Sie unterdrückte den Wunsch ihm die Hand
zu reichen, das hätte sie um den letzten Funken Verstand gebracht.
„Ach, und äh … danke für alles, das
war wirklich…“
„Nett?“
Argh ,noch einmal dieses Wort und ich bring ihn um, dachte
sie und holte noch einmal Luft.
Erst jetzt erhob er sich
gemächlich und begleitete sie zur Tür.
„Hast du nicht etwas vergessen?“
fragt er sie im Hinausgehen und erschrocken drehte sie sich zu ihm um.
„Was?“ Ihre Stimme war mehr ein
Fiepen als ein Sprechen und so langsam bekam sie Schwierigkeiten klar zu
denken.
„Na, den Köter…“
Erleichtert seufzte sie auf und
rannte förmlich zu der Kiste um den Welpen herauszunehmen und sofort wieder
Richtung rettenden Ausgang zu eilen.
Wieder versperrte er ihr den Weg
und lächelte ein beunruhigendes wissendes Lächeln, was ihre eine Gänsehaut nach
der anderen über den Rücken jagte.
Sie musste hier heraus, auf der Stelle.
„Du vergisst wirklich alles.“
Seine Stimme klang beunruhigend sanft und er zeigte auf die große Tüte, in der
sich noch die furchtbaren Reste ihrer Kleidung befanden.
Wieder eilte sie zurück,
schnappte sich mit der verbleibenden freien Hand die Tasche und hechtete förmlich
wieder zur Tür, deren Knauf Spike schon in der Hand hielt.
„Danke noch einmal … für alles“
flüsterte sie erleichtert und wartete darauf, dass er die Tür für sie aufmachen
würde, doch sie sah wie seine Kieferknochen mahlten, als wenn er noch etwas
sagen wollte.
„Du hast immer noch etwas
vergessen.“
Unsicher sah sie sich um und
wusste nicht was er meinte. Überrumpelt und widerstandslos ließ sie zu, dass er
ihr den Hund aus der Hand nahm und auf den Boden setzte, ebenso die Tasche, die
sie beinahe verkrampft festhielt.
„Ich habe dir beim letztens
gesagt, dass es nicht mehr beim Küssen bleibt, wenn du das nächste Mal hier
auftauchst.“
Böse Falle Buffy. Natürlich hatte sie das nicht vergessen, warum war
sie so versessen darauf gewesen endlich von hier weg zu kommen?
„Aber wir haben uns nicht
geküsst“ stotterte sie und sah dem Hund hinterher, der unter dem Sofa
verschwand.
„Noch nicht“ grinste er und sie
musste hart schlucken.
„Aber du hast gesagt, dass
nichts passiert, was ich nicht will…“ unternahm sie einen letzen Versuch zu
entkommen und grabschte nach dem Türknauf.
Die Sachen waren eh hinüber und den Hund musste sie für ihr Seelenheil
opfern …
„Das wird es auch nicht“ stimmte
er ihr zu und wiegte sie eine Sekunde in Sicherheit, aber dann hatte er auch
schon seine Hand erhoben und um ihren schmalen Hals gelegt.
Allein die Berührung
elektrisierte sie bis in die Zehenspitzen und ihr Atem ging nur noch stoßweise.
Wie in Zeitlupe näherte sich
sein Mund ihrem und ließ ihr eigentlich noch genügend Zeit für ein Nein, eine
Flucht oder irgendetwas, was sie davon abhalten würde, aber sie wollte ihn,
verdammt. Sie wollte es mehr als alles andere und das wurde ihr
unmissverständlich klar, als sich ihre Zungen berührten.
Wenn allein ein Kuss sie schon derart um den Verstand brachte, was
würde dann bei mehr passieren? War das überhaupt normal? Rationales Denken war
unmöglich wenn sich das Blut an Körperstellen sammelte, dessen Namen sie sich
nicht einmal traute öffentlich auszusprechen…
Den nächsten einigermaßen
kontrollierten Gedanken fasste sie erst, als er seinen Mund von ihr löste und
mit seiner Zunge begann von ihrem Ohrläppchen herunter bis zu ihrem
Schlüsselbein eine feurige Spur hinterließ.
Irgendwo in einer Gehirnhälfte
schaltete sich so etwas wie eine Warnlampe ein, die sie endlich dazu brachte
ihre Hände zu heben und auf seiner Brust abzusetzen.
„Spike, wir … ich meine, ich …“
Brachte das Gestammel überhaupt etwas? Der
Sinn ihres begonnenen Satzes war ihr verloren gegangen, als seine Hand langsam
unter ihrem T-Shirt begann ihre Bauchdecke zu streicheln, aber William hatte
sie verstanden und unterbrach schweren Herzens.
„Nur ein Wort und wir hören auf,
aber dann sag mir das es dich genauso verrückt macht wenn er dich küsst oder
anfasst…“ zischte er zwischen den Zähnen hervor, da er glaubte ihr schlechtes
Gewissen würde sich regen.
Buffy schüttelte den Kopf und
ihr Atem ging nur noch rasselnd. „Nein, ich meine, er fasst mich nicht an und
seine Küsse sind …“
„Nett?“ grinste Spike süffisant
sah amüsiert zu wie sich ihre Augen vor Verzweifelung schlossen.
Ihr Schweigen war ihm Antwort
genug und mit einer fließenden Bewegung hatte er sie hoch gehoben und im
Nebenraum aufs Bett gelegt.
Ängstlich, aber unfähig auch nur
irgendetwas als Gegenwehr zu unternehmen, ließ sie zu dass er ihr das Shirt
über den Kopf zog und sie zitterte unter seinem Blick. Die dünne Hose war
genauso schnell entfernt und sie sah mit brennenden Augen zu wie er sich
ebenfalls bis auf die Short auszog und zu ihr legte.
Ihr entging nicht seine
Erregung, die sich zu deutlich unter dem dünnen Stoff abzeichnete und sie zog
scharf die Luft ein, als er mit einer einzigen Handbewegung von ihrem BH
befreite.
Sie verschränkte ihre Arme über
der Brust und wünschte sich zähneklappernd er würde die Verdunkelung
herunterlassen, aber den Gefallen tat er ihr nicht.
Stattdessen setzte er sich
rittlings auf ihre Hüfte, presste sie so ans Bett und zog an den Handgelenken
ihre Arme wieder auseinander. Wieder küsste er sie, doch diesmal überwog in ihr
die Unsicherheit vor dem was kommen würde.
Er spürte ihre Angst und
knabberte nun liebevoll an ihrem Halsansatz und wartete ab bis sie sich ein
wenig entspannte, auch wenn es ihn einen gehörigen Teil seiner
Selbstbeherrschung kostete.
„Wir hören sofort auf wenn du
willst, du brauchst nur ‚Stopp’ zu sagen, Liebes.“
flüsterte er ihr ins Ohr, auch wenn er wahrscheinlich in dem Fall drei
Tage nicht mehr gehen können würde.
Er fühlte, wie sich ihre
angespannten Muskeln ein wenig lockerten und küsste sie noch einmal zärtlich,
bevor er seine Hände auf Wanderschaft über ihren Körper schickte.
Endlich traute auch sie sich ihn
zu berühren und ausgelöst durch sein Versprechen wurde sie zunehmend mutiger.
Ihre Finger glitten über seinen Rücken, Schulterblätter und, nachdem er sich
aufgerichtet hatte über seine Brust, tanzten über die Bauchmuskeln die sich
flatternd zusammenzogen und blieben schließlich am Ansatz seiner Hose stocken.
Fluchend befreite er sich von
dem überflüssigen Kleidungsstück und ließ sie erst einmal auf Forschungsreise
gehen. Immerhin war es das erste Mal für sie und er wollte sie mit nichts
erschrecken, außerdem sollte es ein unvergessliches Erlebnis für beide werden
und keine schnell Nummer.
Er hatte sich neben sie auf den
Rücken gelegt und genoss ihre streichelnden, sinnlichen Hände auf seiner Haut.
Für einen Augenblick stockte sie und zischte kurz als sie sein erigiertes Glied
sah, wurde dann aber noch mutiger und strich mit ihren Fingern sanft über die
geschwollene Eichel.
Er zuckte zusammen und schielte
vorsichtig nach unten, aber Buffy war völlig fasziniert und nahm ihn jetzt ganz
in die Hand. Die Haut war seidig und warm, drunter aber ganz hart und Adern
zeichneten sich darauf ab. Sie war überrascht von der Größe und fragte sich
ängstlich wie das passen konnte, wenn doch schon ein Tampon einzuführen an
manchen Tagen ein ernsthaftes Problem darstellte und zuckte dann erschrocken
zurück, als er ihr Handgelenk griff und ihre Hand von ihm wegzog.
„Hab ich dir wehgetan?“ fragte
sie furchtsam und war erleichtert als er den Kopf schüttelte.
„Nein, aber wenn du nicht
aufhörst passiert gleich ein Unglück“ grinste er und warf sie wieder auf den
Rücken.
„Ich bin dran“ lächelte er und
sah wie sich ihre Augen erschrocken öffneten, als er eine ihrer aufrecht
ragenden Brustwarzen in den Mund nahm und zärtlich daran saugte.
Oh Gott, das war der Himmel!
Das Gefühl ging direkt durch bis
in die Lendengegend, die sich beinahe schmerzhaft zusammenzog und sie keuchte
auf als seine Hand anfing die Innenseiten ihrer Schenkel zu streicheln.
Reflexartig klemmte sie ihre Beine zusammen und schämte sich für ihre
Unerfahrenheit in solchen Dingen. Einzig ihr Höschen welches sie immer noch
anhatte gab ihr ein Gefühl von Sicherheit.
Wieder unterbrach er sich und knirschte
beinahe mit den Zähnen weil er sich so schwer beherrschen konnte, wartet aber
geduldig ab und küsste sie zärtlich bis er merkte, dass sich ihre Beine ein
wenig öffneten.
Schnell schob er sich auf sie
und klemmte ein Bein dazwischen, küsste sie aber weiter, so dass sie keine
Gelegenheit bekam nachzudenken was da passierte.
Automatisch hatten sich ihre
Knie angezogen und verschafften ihm mehr Platz zwischen ihren Schenkeln und
während er eine Hand unter ihren Nacken geschoben hatte, ging die andere auf
Wanderschaft und strich über ihre empfindlichen Seiten.
Sie stöhnte kurz auf als sein
Oberschenkel über ihren Venushügel rieb und dabei Gefühle auslöste, von denen sie nicht geahnt hatte, dass es so
etwas überhaupt gab.
Erschrocken keuchte sie auf als
er sich nun komplett zwischen ihre Beine schob und sein Geschlecht ihr in den
flachen Bauch drückte, dann löste er sich von ihr und sie sah schwer atmend zu
wie er sich tiefer schob und mit einer Hand über die feuchtwarme Unterseite
ihres Slips fuhr.
Ungeduldig riss er das störende
Stück Stoff einfach weg und ignorierte ihr ängstliches Fiepen. Wieder küsste er
sie, ließ aber nicht mehr zu, dass sie ihre Schenkel zusammendrückte, sondern
fuhr vorsichtig mit seinem Daumen über den Scheitelpunkt ihrer Schamlippen und
brachte sich selber beinahe um den Verstand, weil er immer noch abwartete und
nicht einfach über sie herfiel.
Ihre Augen waren jetzt glasig
und ihre Lippen gerötet vom vielen Küssen und mit seiner Beherrschung war es
nicht mehr weit hin. Mit einem Finger drang er nun in die feuchte Höhlung und
registrierte ihr entzücktes Aufstöhnen als Einladung weiter zu gehen. Wieder
rutschte er ein Stück tiefer und mit ängstlich aufgerissenen Augen starrte
Buffy hinter ihm her.
Sie hatte Panik vor dem was unweigerlich
passieren würde, wäre aber gestorben wenn er jetzt aufgehört hätte, dessen war
sie sich sicher. Oh mein Gott … sie
sah noch wie sein Kopf zwischen ihren Beinen versank und dann ruckte ihr Kopf
in den Nacken und sie gab nur noch kurze, abgehackte Laute von sich als seine
Zunge rau über das Zentrum ihrer Lust rieb.
Ein Finger fuhr in sie, dann ein
zweiter… Himmel, sie war so eng. Er
hatte Angst ihr mehr weh zu tun als nötig, aber ihre Laute und ihre nun nasse
Hitze machten ihn verrückt. Ein dritter Finger schob sich dazu und er
registrierte, dass sie aufstöhnte als er sie weitete. Seine Zunge fuhr wieder
über ihre geschwollene Klitoris und augenblicklich entspannten sich ihre
Muskeln ein wenig, so dass er sich etwas tiefer schieben konnte.
Ihre Hände krallten sich
schmerzhaft in seine Haare, aber das törnte ihn nur noch mehr an und nachdem er
anfing sich vorsichtig in ihr zu bewegen, spürte er wie sie plötzlich losließ
und ihre Finger am Laken rissen.
Sie schrie auf und ihr Becken
zuckte, als sie den ihren Höhepunkt erreichte.
Er zog sich zurück, auch wenn er
kurz davor war, den Heldentod zu sterben und legte sich wieder auf sie.
Sie hatte immer noch ihre Augen
geschlossen und atmete heftig. Mit seinen Fingern strich er über ihre leicht
geöffneten Lippen und wartete ab bis ihr Atmen sich etwas beruhigt habe.
Endlich öffnete sie ihre Augen
und sah überrascht in Spikes Gesicht, der ein kaum sichtbares Lächeln
aufgesetzt hatte und ihr die Strähnen aus dem Gesicht strich. Dann küsste er
sie und schob sich erneut zwischen ihre Beine, doch diesmal kam keine
ängstliche Gegenwehr mehr.
Ihre Hände fuhren über seinen
Rücken, kratzen dünne Spuren als er vorsichtig begann sich in sie
hineinzuschieben.
„Wird es wehtun?“ fragte sie
unsicher als er stockte und abwartete, dass sie sich weiter für ihn öffnete.
Er nickte und küsste sie erneut,
doch als sie anfing sich vorsichtig unter ihm zu bewegen, setzte jede Vorsicht
bei ihm aus und er stieß heftig und ohne weitere Rücksicht tief in sie hinein.
Der Schmerz war heftig, aber
nicht so schlimm wie sie erwartet hatte und verebbte als er begann sich
behutsam in ihr auf und ab zu bewegen. Sie konnte kaum glauben das dies die
gleichen Gefühle auslösen konnte wie das, was er vorhin mit ihr gemacht hatte
und sie stöhnte auf als sie spürte, dass sie sich der nächsten Explosion
näherte, doch dann war ihr auch schon kein Denken mehr möglich…
Er wusste nicht ob sie schlief,
aber es sah so aus.
Sie lag neben ihm, ein Bein und
ein Arm um ihn geschlungen und ihr Gesicht lag auf seiner Schulter, nur die
gleichmäßigen Atemzüge bewegten ihren Körper und er strich ihr sanft über die
Haare.
Das Mädchen ging ihm mehr unter
die Haut als er zugeben konnte und er wusste dass es eigentlich an der Zeit war
zu sagen, wer er wirklich war, doch das
wäre … verdammt … dann würde sie erwarten, dass er … warum war das nur so
kompliziert? Und dann war da noch Liam, der sicher enttäuscht wäre … Er war ja
so ein Idiot gewesen, warum hatte er nicht auf sein Gefühl gehört und war
abgehauen als es noch Zeit dafür war?
Sie bewegte sich und erst jetzt,
als er zu ihr herübersah, bemerkte er, dass sie ihn beobachtete. Für eine Weile
verloren sie sich im gegenseitigen Blick bis sie aufseufzte und ihre Lider
niederschlug.
„Ist es immer so?“ fragte sie leise
und malte mit ihrem Finger geheimnisvolle Zeichen auf seine nackte Brust.
Gott, was sollte er ihr denn sagen? Das es mit Liam vermutlich nie so
sein würde? Allein die Vorstellung, dass sein Bruder sie auch nur anfasste
verursachte ihm Übelkeit … oder wie zum Beispiel sollte er ihr erklären, dass
eine schnelle Nummer bei Jackys Mädchen nicht so intensiv war, wie das, was sie
gerade hatten?
„Kommt drauf an…“ Tolle Antwort…
„Worauf?“
Das war ja klar. Er seufzte auf und setzte sich soweit auf, dass
ihr Kopf auf seinen Bauch rutschte.
„Ich kann dir das nicht
vernünftig erklären. Wenn man die gleiche Leidenschaft füreinander empfindet
dann ja, ansonsten ist es nicht so … intensiv. Es gibt auch Fälle wo ‚es’ gar
nicht passiert“
Sie schien einigermaßen zufrieden
mit der Antwort zu sein, zumindest war sie nun still.
In ihm kam der Wunsch nach einer
Zigarette hoch, doch wollte er auch auf keinen Fall, dass sie Anstalten machte,
sich aus dem Bett zu bewegen.
Teil 7
„Ich muss gehen.“ flüsterte
Buffy und starrte an die Zimmerdecke. Vor allem musste sie endlich ihre
Gedanken und Gefühle sortieren und das war in seiner Nähe nicht möglich.
Eifersucht kochte in ihm hoch
und er schüttelte energisch den Kopf.
„Bleib bitte. Vergiss das ganze
Theater mit der Heirat. Wir könnten einfach verschwinden und ….“
„Und was dann? Ich kann meinen
Vater nicht hängen lassen. Außerdem wäre es unfair gegenüber Everett und Liam,
zumindest wäre ich ihnen eine Erklärung schuldig. Ich kann mich nicht vor
meiner Verantwortung drücken….“
Darüber hätte sie lieber in Ruhe
nachgedacht, aber auch dann wäre sie zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Es
gab keine Lösung für ihr Dilemma und dessen wurde sie sich mehr und mehr
bewusst. Es schmerzte sie, vor allem nachdem sei miteinander geschlafen hatten
ihm das zu sagen. Allein die Vorstellung das gleiche mit Liam zu tun war … unmöglich. Sie mochte ihn, aber es war ihr
schlagartig klar, dass sie nicht mehr für ihn empfand als für einen Bruder und
das würde sich auch nicht mehr ändern ... jetzt nicht mehr…
Seine Brauen zogen sich
missmutig zusammen, als er sah wie sie aufstand und ihre Sachen zusammensuchte.
Warum sagte er ihr nicht einfach die Wahrheit? Es war nur ein
einfacher Satz und sie würde nicht gehen müssen… nie mehr. Aber sein hirnrissiges
Ego verlangte jetzt förmlich danach das sie sich einfach so für ihn entschied.
Ohne wenn und aber ...
Sie war gegangen. Einfach so,
ohne sich zu verabschieden oder ein weiteres Wort zu sagen und es machte ihn
wütend. Er war wütend auf sie, auf ihren Vater, auf seinen Vater, Bruder,
dieses bescheuerte zukünftige Hotel und vor allem auf sich…
Buffy hatte sich unter dem
Vorwand sich nicht wohl zu fühlen den Rest des Tages in ihrem Zimmer verkrochen
und auch das Tablett mit einigen Sandwichs, dass ihr Giles heraufgebracht
hatte, stand noch unberührt auf dem Schreibtisch herum und sie hatte auch nicht
aufgemacht als es zweimal leise an ihrer Tür geklopft hatte und ließ denjenigen
im Glauben sie würde schlafen.
Das Schlimme war, dass sie Everett inzwischen gut genug kannte, dass
er niemals ihren Vater im Stich lassen würde, selbst wenn sie Hals über Kopf
mit Spike durchgebrannt wäre. Doch sie hätte sich das selber nie verziehen. Der
ältere Mann und Liam waren so respektvoll zu ihr, vertrauten ihr und verließen
sich auf sie. Auch Liam würde nie erwarten, dass sie jemals wahre Liebe für ihn
empfinden würde, und sie fühlte sich wie eine Verräterin dabei. Sie konnte es
drehen oder wenden wie sie wollte, irgendjemand würde sie, egal was sie auch
tat, verletzen und auf keinen Fall glücklich werden.
Was Spike wohl von ihr dachte? Sicher war enttäuscht, dass sie
schnöden Mammon ihm vorzog, aber sie war auch vernünftig genug zu denken, dass
es sicher nur eine Affäre mit ihm sein würde. Vielleicht dachte er ja genauso…
vielleicht hatte es ihn ja auch nur amüsiert eine kleine Jungfrau in sein Bett
zu bekommen? Ihre Gedanken führen Karussell und erst als sie viel zu
erschöpft und müde wurde fielen ihr die Augen zu …
Es gelang ihr nur mühsam in den
nächsten Tagen die grässliche Fassade der glücklichen Verlobten zu spielen. So
oft es ging verbrachte sie ihre Zeit allein, spazierte mit Mika durch die
Umgebung, vermied Garten und Garage um jeden Preis und fühlte sich furchtbar.
Beinahe stündlich erwischte sie
sich bei dem Gedanken einfach zur Hütte zu rennen … und brachte sich bald um
den Verstand damit. Es hatte angefangen zu regnen und sie lief den Rest des
Weges zurück zum Haus, denn obwohl sie die drohenden Wolken gesehen hatte, war
sie dumm genug gewesen ohne Regenjacke loszuziehen, also spurtete sie mit dem
fröhlich kläffenden und in seine Hundeleine beißenden Mika die kurze Strecke
zurück, aber sie war klatschnass als sie endlich ankam.
Zu allem Überfluss hatte sich
Mika unterwegs auch noch genüsslich in einer Pfütze gesuhlt… Der Hund hatte einfach eine Vorliebe für
Matsch… er schüttelte den Dreck aus seinem Fell als sie vor der Haustür
standen. So kann ich ihn unmöglich mit
reinbringen, dachte sie zerknirscht und entschloss sich durch den Keller zu
gehen, dessen Tür sich an der Seite des Gebäudes befand um den kleinen Kerl
erst einmal ordentlich abzutrocknen.
Im dem Teil, wo sich auch die
Waschmaschinen und Trockner befanden, fand sie zwischen ein sauberes Handtuch
und rubbelte vorsichtig das Fell des Welpen sauber. Hinter ihr lag ein Berg von
Dreckwäsche, welche einfach meist, durch die Klappe in einem der Flure des
Hauses geworfen wurde und sie hörte leise Stimmen durch den Schacht dringen.
„... und er kommt seit Tagen
nicht mehr aus dem Gartenhaus heraus. Stockbetrunken war er heute wieder als
ich den Kühlschrank aufgefüllt habe, so geht das einfach nicht weiter. Faselt
dauernd von dem Mädchen und der Hochzeit“
Deutlicher erkannte sie nun die
Stimme von Giles, der offensichtlich über Spike sprach.
„Rupert, du musst mit Mr.
Montgomery sprechen, so geht das wirklich nicht“ hörte sie die leise
verklingende Stimme der Köchin dazu antworten, aber dann entfernten sich die
beiden offenbar wieder, denn das Murmeln wurde undeutlich und verschwand dann
völlig.
Tränen schossen ihr in die Augen
und sie fühlte sich nun endgültig als der schlechteste Mensch auf Gottes weiter
Erde. Bestimmt war es ihre Schuld, dass
er trank und wenn er nicht aufhörte würde er sicherlich gekündigt!
Ihre aufkommende Übelkeit war
keine gute Strafe, aber sie musste einfach mit ihm reden und ihn zur Vernunft
bringen. Auf keinen Fall durfte er wegen
ihr seinen Job verlieren, das würde sie sich nie verzeihen können.
So schnell sie konnte zog sie
ihre nassen Schuhe wieder an, klemmte Mika wieder an die Leine und schlich sich
aus dem Keller durch den Regen in den Garten.
Einige Minuten später hörte sie
schon laute Musik aus der Blockhütte dringen und sie klopfte erst gar nicht an,
da er wahrscheinlich eh nichts hören würde bei dem Lärm.
Drinnen war das Chaos. Einige
Flaschen standen leer auf dem Tisch und neben dem Sofa verteilt, Wäschestücke
lagen auf dem Boden verteilt und die Stereoanlage war bis zum Anschlag
aufgedreht, dass die Scheiben klirrten. Das Erste was sie tat, nachdem sie ihn
in dem kleinen Wohnzimmer nicht sah, war die Anlage auszustellen und
erleichtert stellte sie fest, dass das schrille Klingeln in ihren Ohren
nachgelassen hatte.
Sie drehte sich um, ließ Mika
von der Leine, der sich sofort daran machte irgendwelche Essensreste vom Boden
zu suchen und ging herüber zum Schlafzimmer, aber da stand auch schon vor ihr
und sah sie böse an.
„Was willst du hier?“
Er sah schrecklich aus. Sein
Haar war völlig zerzaust und auf seinem Kinn sprossen dunkle Barthaare. Das
T-Shirt schien er auch schon einige Tage zu tragen, zumindest roch es
unangenehm und hatte dieser Mann
eigentlich auch andere Hosen als schwarze Jeans, oder war es immer die gleiche?
„Was ich hier will? Spinnst du
eigentlich? Weißt du eigentlich, dass Giles schon über dich redet?“ Ihre Worte
sprudelten nur so über ihre Lippen und sie hatte ihre Fäuste in ihre Seiten
gestemmt.
„Hab Urlaub…“ brummte Spike als
Antwort, rauschte an ihr vorbei und schüttelte eine der Flaschen auf dem Tisch,
aber die war leer.
„Das ist trotzdem kein Grund
sich zu besaufen und so zu benehmen. Was meinst du was passiert wenn Giles
Everett informiert?“
Sie sah einfach hinreißend aus, so wütend, dachte
er in seinem von Alkohol vernebelten Geist und schüttelte sich dann aber diese
Art von Gedanken aus dem Kopf.
„Hast du Angst, dass der liebe
Everett oder der nette Liam erfahren was wir getan haben?“
Die Spitze hatte gesessen und
Buffy knirschte mit ihren Zähnen.
„Selbst wenn, das wäre doch egal
… Liam und ich würden trotzdem heiraten, aber du wärst deinen Job los, sei doch
vernünftig.“ Sie sprach mit ihm wie mit einem Kind und das machte ihn nur noch
zorniger.
„Liam, Liam, Liam …. Der gute
Liam, der nette Liam…“
Konnte er mal aufhören das Wort so oft zu benutzen? Sie war
stinksauer und er trug nicht gerade zur Verbesserung ihrer Stimmung bei.
In einer der Flaschen fand er
endlich eine Pfütze goldbrauner Flüssigkeit und er trank den letzten Rest in
einem Zug aus und warf dann die Flasche zerberstend an die Wand.
Erschrocken zuckte sie einen
Schritt zurück und sah zu der Ausgangstür herüber. In dem Zustand war
vernünftige Reden mit ihm wohl nicht möglich.
Er schien ihren Gedanken zu
erraten und trotz des Alkohols war er schneller und schnitt ihr den Weg ab. Er
wollte nicht, dass sie ging, er wollte
dass sie nie wieder ging, aber sein ausgeklinkter Verstand genoss ein wenig
die Angst in ihren Augen.
Ohne zu überlegen griff er nach
ihr, presste sie an die Wand und küsste sie hart. Seine Bartstoppeln rieben
schmerzhaft auf ihrer Haut und er ignorierte ihre Fäuste, die gegen seine Brust
trommelten und versuchten ihn wegzudrücken.
Um das störende Hämmern zu
unterbinden griff er grob nach ihren Handgelenken und hielt sie einfach über
ihrem Kopf fest, doch jetzt waren es ihren Beinen, die Gegenwehr leisteten.
Im letzten Moment zuckte er
zurück als sie versuchte ihr Knie in seinen Unterleib zu rammen und mit einem
bösen Grinsen ließ er kurz von ihr ab. Schwer atmend stand sie da und Tränen
sammelten sich in ihren Augen.
„Ich will nicht, dass du gehst“
schrie er zerknirscht und drehte sich wütend über sich selber weg.
„Das würde ich auch nicht, wenn
ich könnte“ flüsterte sie nur, griff nach dem Hund und verschwand wieder im
Regen.
***
Irgendein leises Geräusch hatte
sie aus ihrem traumlosen Schlaf geweckt und für einen Moment sah sie sich
orientierungslos im Zimmer um, aber es war nichts zu entdecken. Doch da war es
wieder… Eine Art Klacken, wie wenn jemand an ein Glas schlägt.
Erschrocken hüpfte sie aus dem
Bett und rannte zum Fenster herüber, schob die Scheibe nach oben und starrte in
die Dunkelheit. Es hatte aufgehört zu regnen und nebeliger Dampf lag über der
Erde, doch sie erkannte trotzdem sofort wer da unter ihrem Fenster stand.
„Spike!“ zischte sie, gerade so
laut, dass es niemand mitbekommen sollte. „Was tust du hier, bist du völlig
verrückt geworden?“
„Ich muss mit dir reden“ kam es
zurück und sie sah gehetzt nach rechts und links ob irgendwo in einem der
Fenster ein Licht angehen würde.
„Nein“ flüsterte sie nervös
geworden. Himmel, was wenn ihn jemand
hören würde?
„Komm runter oder ich komme
rauf!“
Verdammt, bestimmt würde gleich das ganze Haus wach sein, auch
wenn sie wusste das die anderen Schlafzimmer weiter hinten lagen, so war sie
sich nicht sicher ob nicht vielleicht doch jemand etwas mitbekam.
„Geh, sofort!“ Ihre Stimme war
immer noch gedämpft, aber resolut und mit Bestimmtheit zog sie das Fenster
wieder herunter. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie wartete ein paar
Minuten und schielte dann vorsichtig wieder durch das Glas nach unten, aber er
schien verschwunden zu sein. Ein Blick auf die Digitalanzeige des Weckers
zeigte ihr, dass es fast 4 Uhr war und erschöpft setzte sie sich wieder auf ihr
Bett.
Jetzt würde sie sicher nicht
mehr schlafen können und das war sowieso schon seit Tagen ein Problem. Wie
einfach und normal war ihr Leben doch bisher gewesen, trotz aller Sorgen und
Nöte. Jetzt war es nur noch Chaos!
Der einzige Trost war ihr, dass
sie sich keine Sorgen mehr um ihren Vater machen musste. Sie knipste die
Nachttischlampe an und griff nach dem Buch auf der Ablage. Das half manchmal
ein wenig sie abzulenken, aber nur für Minuten, dann kreiselten wieder Gedanken
und Gefühle in ihrem Kopf herum. Fest steckte sie ihr Bettlaken um sich herum,
blätterte auf die Seite wo sie zuletzt gewesen war und versuchte die Zeile
wieder zu finden, als sie auch schon das leise Quietschen des Türknaufs
vernahm.
Erschrocken warf sie ihre
Lektüre beiseite und starrte ungläubig auf den jungen Mann, der da vor ihr
stand.
„Ich habe doch gesagt ich muss mit
dir reden.“
War das ein Grund einfach mitten in der Nacht
in ihr Zimmer zu platzen? Sie unterdrückte geistesgegenwärtig ihren Wunsch
ihn anzuschreien, sondern zog es vor ihn mit Blicken zu töten, was aber wohl
nicht glaubwürdig genug herüberkam, denn er stand auch schon an ihrem Bett und
setzte sich einfach frech dazu.
„Es tut mir leid, was ich heute
Nachmittag getan habe, aber mein Temperament geht öfter mit mir durch“ begann
er seine Entschuldigung und Buffy seufzte auf.
Zumindest schien er wieder nüchtern
zu sein, was ein wahrer Vorteil für gescheite Kommunikation war.
„Schon gut“ beschwichtigte sie
ihn, doch er schien noch nicht wieder gehen zu wollen.
„Ich werde fortgehen und wollte
dich fragen ob du mitkommst.“
Wieder seufzte sie auf. Alles in ihr schrie JA. Egal wie lange
es dauern würde, sie war sich sicher, dass es die beste Zeit ihres Lebens sein
würde, doch im gleichen Maße wie die Sehnsucht in ihr anstieg mit ihm
durchzubrennen, erkannte sie auch, dass sie sich es selber niemals verzeihen
würde.
„Ich kann nicht.“ Ihre Stimme
klang traurig und sie griff nach seiner Hand, die auf ihrer Überdecke ruhte.
„Und wenn ich dir sagen würde,
dass ich…“
Sie drückte ihm ihre Finger auf
die Lippen, so dass er nicht mehr weiter sprechen konnte.
„Ich habe mich genauso Hals über
Kopf in dich verliebt.“ Sie war sich sicher, dass er ihr genau das sagen wollte
und ließ nicht zu, dass er weiter sprach. „Ich darf nicht nur an mich denken,
da ist mein Vater und da ist Clearwater, das schon seit Generationen in der
Familie ist. Das Haus wäre mir egal, glaub mir. Es war mir wichtig, aber das
ist es nicht mehr, nicht nach all dem hier. Ich würde sogar Everett oder Liam
die Wahrheit über uns sagen, dass wäre mir auch gleichgültig ob sie mich dann
verurteilen, aber da ist immer noch mein Pa … er braucht diese Hilfe und ich
bin es ihm einfach schuldig. Ich werde Liam heiraten. Ich werde vermutlich nie
das erleben was ich mit dir hatte, auch wenn es kurz war und ich werde es den
Rest meines Lebens bereuen, aber ich werde es tun.“
Er hatte ihr sagen wollen wer er
ist, doch sie hatte es verhindert und jetzt war er über den Punkt hinweg.
„Du würdest es ihnen sagen?“ Der
Gedanke an die Gesichter der beiden entlockte ihm ein Lächeln.
Sie nickte zustimmend, aber
traurig und krallte sich förmlich in seine Hand.
„Bitte bleib noch ein wenig“
flüsterte sie und ihre Augen funkelten im Licht der Nachttischlampe. „Bleib
wenigstens bis zur Hochzeit, danach kannst du immer noch gehen.“
Wenn sie verlangt hätte, dass er
aus dem Fenster springen sollte, in diesem Moment hätte er es getan. Ihre
großen Augen sahen ihn an und ihre Unterlippe zitterte während sie zusah, wie
er nachdachte. Dann nickte er, senkte seinen Kopf und sie verloren sich in
einem Kuss.
Sie wusste nicht mehr wann er
auf dem Bett gelandet war, wann und wie sie ihre Sachen ausgezogen hatte, aber
das war auch nicht wichtig. Sie wollte es, brauchte es und wenn es nur dazu da
war, eines Tages eine Erinnerung an etwas zu besitzen, was sie nie wieder haben
durfte…
Teil 8
Als sie morgens erwachte war das
Bett neben ihr kalt und leer. Sie hatte nicht mitgekommen, wann er gegangen
war, aber es war besser so, auch wenn die Leere in ihr kaum zu ertragen war.
Sie fühlte sich wie eine
Verräterin am Frühstückstisch und konnte Liam und seinem Vater nicht einmal
mehr in die Augen sehen und auch er merkte, dass mit ihr etwas nicht stimmte.
„Nervös, wegen der Hochzeit?“
vermutete Everett halblaut und sie verschluckte sich beinahe an ihrem Toast an
dem sie schon seit einer halben Stunde herumknabberte.
„Ich … uhm … ich glaube, ich
werde krank.“ Die Ausrede war lahm, aber ihr war nichts Besseres eingefallen.
Selbst Mika spürte, dass mit seiner Herrin etwas nicht stimmte und wich keine
Sekunde von ihren Füßen.
„Soll ich einen Arzt bestellen?“
Auch Liam war der blasse Ausdruck nicht entgangen und er sorgte sich wirklich
um sie, auch wenn er sich nicht sicher war, ob es wirklich nur ein aufkommender
Infekt war. Mit sicherem Instinkt ahnte er, dass sein Bruder etwas damit zu tun
hatte, nur war ihm noch nicht ganz klar warum.
„Ich .. nein danke. Vielleicht
ist es doch nur ein nervöser Magen.“ Ein Arzt hatte ihr noch gefehlt. Und ein
Wundermittel gegen Liebeskummer war leider noch nicht erfunden worden.
„Der Hund muss raus“ entschuldigte
sie sich nach weiteren Minuten krampfhaften Schweigens, es keine Sekunde länger
mehr aushalten können. Sie konnte das nicht tun! Auf keinen Fall würde sie sie
länger hintergehen können.
Am Abend würde sie es ihnen
sagen. Auch auf die Gefahr hin, dass dann alles aus war. Everett war sicher
nicht der Typ, der ihren Vater einfach so im Stich ließe und wenn Liam sie dann
nicht mehr heiraten wollte, wäre es auch gut. So konnte es auf keinen Fall
weiter gehen.
Ihre Beine lenkten sie
automatisch zu dem der Hütte, nachdem sie fluchtartig das Haus verlassen und
ihr Verlobter ihr stirnrunzelnd nachgesehen hatte.
Spike war nicht da und in der
Garage fehlte das Motorrad, stellte sie nach einem weiteren Rundgang fest. War er doch gegangen? Niedergeschlagen
schlich sie wieder zurück und ignorierte selbst Giles, der gerade das
Frühstücksgeschirr abräumte und sie mit einem fröhlichen ‚guten Morgen’ begrüßt
hatte.
„Kann ich dich kurz sprechen?“
Sie wollte sich gerade die
Treppe hinauf in ihr Zimmer schleppen, da hörte sie auch schon die Stimme ihres
zukünftigen Schwiegervaters hinter sich. Tapfer schluckte sie ihre Tränen
herunter und nickte, während sie ihm folgte. Auch gut, so konnte sie es
schneller hinter sich bringen. Vermutlich würde sie sowieso gleich ihre Sachen
packen müssen.
Gehorsam folgte sie ihm in sein
Arbeitszimmer und setzte sich auf die breite Ledercouch, auf der sie beinahe
verloren wirkte.
„Kannst du mir das hier
erklären?“
Ihr entging nicht der belustigte
Unterton in seiner Stimme, aber sie deutete es falsch und schluckte hart, als
sie Spikes Feuerzeug in seinen Fingern sah.
„Das .. äh … ist… woher … ich
meine …“
„Rupert fand es beim Betten
machen in deinem Zimmer.“
Sie wollte es verhindern, aber
es gelang ihr nicht und eine tiefe Röte überzog ihr Gesicht. Natürlich hätte
sie eine Millionen Ausreden bringen können, aber das wäre nicht recht gewesen.
„Everett… Gott … Mr.
Montgomery…“ sie war wieder in den höflichen Umgangston gesprungen. Jetzt war
es sowieso zu spät, und in wenigen Minuten war es sicher besser ihn wieder zu
siezen, davon war sie überzeugt. „Ich glaube, ich muss ihnen etwas erklären.
Ich … wir … wollten das nicht, ganz bestimmt und wenn sie mich jetzt
rauswerfen, dann ist es auch gut. Nur bitte ich sie um meines Vaters willen, dass
…“ erste Tränen rannen ihr über das Gesicht und sie griff geistesabwesend zu
dem Taschentuch, dass ihr der ältere Mann vor die Nase hielt.
„…und Sie dürfen Spike nicht die
Schuld geben, das war ich … und … ich kann mir auch nicht erklären, aber …“
Ihr Gestotterte machte keinen
Sinn, aber wunderlicher Weise schien Everett genau im Bild zu sein.
„Zunächst musst du dich
beruhigen Kindchen und nenn mich nicht Mr. Montgomery.“
Und dann schaffte sie es
tatsächlich alles zu erklären …
Es war erstaunlich, wie gefasst
der Mann alles aufnahm, fand sie, nachdem sie geendet hatte. Ein paar Mal hatte
sie sogar das Gefühl gehabt, dass er die Situation belustigend fand, denn mehr
als einmal hatte es verräterisch um seine Mundwinkel gezuckt, doch dann war er
mit ernster Miene aufgestanden und hatte Giles zu sich gerufen.
„Rupert, bitte sagen sie Liam
und Spike, dass sie sich bitte schnellstmöglich hier einfinden sollen“ befahl
er in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.
Wie ein Häufchen Elend saß sie
auf dem Sofa und starrte gebannt auf ihre Schuhspitzen, denn sie wagte es nicht
mehr, dem viel zu gutmütigen Everett in die Augen zu sehen. Irgendwo war ihr
Gewissen erleichtert, aber gleichzeitig keimte auch Angst in ihr auf. Das
Schlimmste würde ihr noch bevorstehen und sie mochte sich nicht ausmalen was
nun kommen würde.
„Möchtest du jetzt doch noch
einen Brandy?“ fragte er mitleidig und konnte sich kaum beherrschen
loszulachen. Natürlich war er wütend auf William, aber auch erleichtert, dass
das Mädchen wenigstens die Wahrheit gesagt hatte.
Buffy nickte dankbar und trank
das scharfe Zeug mit einem Schluck. Angenehme Wärme machte sich in ihrem
Inneren breit und sie ließ zu, dass ihr der ältere Mann auch nachschenkte.
„Mehr aber nicht kleines
Fräulein“ mahnte er freundlich, nachdem sie auch das zweite Glas
heruntergekippt hatte und ihre Wangen schon ganz rot waren.
Liam war der erste den Giles
gefunden hatte und sofort in das Zimmer geeilt. Dort sah er gleich das ihn
etwas Unangenehmes erwartete, doch als er die Kurzfassung seines Vaters zu
hören bekam konnte er nicht anders als hämisch zu aufzulachen.
„Und er will mit dir
durchbrennen?“ gluckste er laut und wurde von stillen Lachanfällen geschüttelt. Das war einfach zu köstlich.
Natürlich war er auch ein wenig
enttäuscht, aber er wusste, dass er nicht mehr als Zuneigung für das Mädchen
empfand. Und irgendwo war er sogar erleichtert.
Wirklich wütend war er
eigentlich nur auf seinen Bruder, der so dumme Spielchen mit der Kleinen trieb.
„Nein, ich …ja.. weiß nicht…“
krächzte Buffy und starrte ihn an, als ob er wahnsinnig geworden wäre. Was war an der Geschichte denn so lustig?
„Vielleicht ist er auch schon weg“ fügte sie hinzu und verknotete ihre Finger
ineinander um ruhig zu bleiben.
Es dauerte eine weitere halbe
Stunde bis Giles auch Spike aufgetrieben hatte.
Mit einem grimmigen
Gesichtsausdruck zog dieser sich die Motorradhandschuhe aus und warf sie
achtlos in eine Ecke.
„Was ist los? Der gute Rupie hat
es ja tierisch spannend gemacht…“
Sein Blick wanderte von Buffy,
die mit hochrotem Gesicht auf der Ledercouch saß zu seinem Bruder und Vater,
die ihn vorwurfsvoll ansahen.
„Nun .. Spike … Buffy hat uns
gebeichtet was zwischen euch vorgefallen ist…. Was sagst du dazu?“ brummte
Everett und biss sich auf die Unterlippe um nicht loszulachen.
„Du hast es ihnen tatsächlich
gesagt?“ Nun, das hatte er nicht ernsthaft erwartet und mit wenigen Schritten
überwand er die Distanz zu ihr um sich neben sie zu setzen und ihr einen Arm um
die Schulter zu legen.
„Tja, damit dürfte ja wohl klar
sein, dass ich sie nicht heiraten werde … aber vielleicht überlegt es sich
WIILIAM…“ Liam konnte sich kaum beherrschen seinem kleinen Bruder nicht eine zu
kleben, aber die Situation war auch irgendwo ein wenig witzig, da Buffy immer
noch kein Ahnung hatte wer da bei ihr saß.
„Nein!“ sie war aufgesprungen
und schüttelte vehement den Kopf. „Ich habe die Nase voll. Ich will und werde
nicht heiraten. Weder dich…“ sie sah auf Liam „...noch deinen Bruder... es tut
mir Leid, aber ich kann das einfach nicht! Everett, ich werde dir alles
zurückzahlen sobald ich Arbeit gefunden habe. Behalte Clearwater, aber lass
meinem Vater bitte weiter die Behandlung zukommen, die er braucht.“ Ihre Stimme
hatte einen flehenden Ausdruck bekommen, so dass der ältere Mann nur nicken
konnte.
„Ich hätte sowieso nie hierher
gehört. Dieses Leben passt einfach nicht zu mir … ich werde jetzt meine Sachen
packen…“ Damit war sie auch schon herausgeeilt und hatte die drei Männer allein
gelassen, von denen zwei sich jetzt dem
Jüngsten mit bedeutungsvollem Blick zuwandten…
„Ich weiß nicht welcher Teufel
dich da geritten hat, aber warum um Himmels Willen, hast du ihr nicht gesagt,
wer du bist?“ Everett verstand seinen Jüngsten nicht. Doch der junge Mann
starrte nur zornig auf die Tür hinter der Buffy grade verschwunden war und
ignorierte den vorwurfsvollen Ton seines Vaters.
Was hatte sie da grade gesagt?
Sie konnte doch jetzt nicht einfach gehen?
Einzig Liam schien zu wissen was
in ihm vorging, doch er hatte seine Gefühle besser unter Kontrolle als sein
Bruder. „Was hast du jetzt vor? Willst du sie gehen lassen? Ihr sagen wer du
bist? Was meinst du, was sie dazu sagen wird? Wie lange hattest du vor dieses
Spiel weiter zu treiben? Bis zur Hochzeit? Allein ihrem Pflichtbewusstsein
haben wir zu verdanken, dass es nicht soweit kam. Hast du überhaupt einmal
vernünftig nachgedacht?“
Es war nicht besonders
förderlich für Spike die anklagenden, aber durchaus berechtigten Worte grade
von seinem älteren Bruder zu hören und stirnrunzelnd wandte er sich ihm zu. „Nein,
ich wollte es ihr ja sagen…“
„Und wann? Spike, du bist so ein
Trottel. Das Mädchen ist das Beste was einem im Leben passieren kann und du
versaust es. Ich wünschte sie hätte mich einmal so angesehen wie dich. Hast du
gedacht ich bin blind und blöd?“
So langsam aber sicher war es
auch mit Liams Beherrschung vorbei. Er mochte Buffy, mehr als er zugeben
wollte, aber er hatte auch von Anfang an gespürt, dass sie seine aufkeimenden
Gefühle nie erwidert hatte. Damit konnte er sich abfinden, aber nicht damit,
dass sein Bruder sich ständig aus seiner Verantwortung zog. „Werd endlich
erwachsen.“ Knurrte er noch und wollte sich schon abwenden, als er die Faust
auf sich zufliegen sah.
Geschickt wich er aus und noch
bevor Everett dazwischen gehen konnte, hatte er zum Gegenschlag ausgeholt.
Spike war viel zu aufgewühlt um zu reagieren und kassierte den schmerzenden
Kinnhaken mit einem frechen Grinsen im Gesicht.
„Den hab ich wohl verdient?“
Keuchte er und griff seinen Bruder an den Kragen.
„Und ob du den verdient hast.
Dad hätte dich vielleicht öfter übers Knie legen sollen, aber stattdessen
ließen er und ich dir immer alles durchgehen. Doch diesmal bist du zu weit
gegangen….“
Eine halbe Stunde später hatte
sie ihre noch vorhandene alte Kleidung gepackt und stand vor dem Arbeitszimmer
um sich zu verabschieden, doch sie hörte schon von weitem das zornige Gezeter,
so dass sie sich beeilte wieder in das Zimmer zu stürmen. Liam und Spike hatte
sich so gut wie an der Kehle, zumindest sah das so aus, da sich beide am Kragen
gepackt hielten und mit zornigen Gesichtern aufeinander einschrieen.
„Auseinander!“ brüllte sie so
laut und ungewohnt, dass beide sofort losließen und erstaunt zu ihr
herübersahen.
„Bitte…“ sie sah entschuldigend
zu Everett, dessen betroffenes Gesicht ihr nicht ganz klar war. „es ist alles
meine Schuld.“
Jetzt war es um die Beherrschung
des Älteren vorbei und er musste laut loslachen.
„Nein mein Kind, ist es ganz
sicher nicht. Sondern unsere!“
Sie verstand nicht und zwinkerte
zwischen den Männern hin und her.
„Wir haben einfach erlaubt das
Spike dieses Spiel spielt und das war unfair. Du solltest jetzt endlich diesen
Mechanikerposten räumen“ gluckste er und schielte bei seinem letzen Satz auf
den Blonden.
„Nein, werf’ ihn nicht hinaus.
Er kann wirklich nichts dafür!“ Es tat ihr so leid. Durch ihre Dummheit wurde
alles nur noch schlimmer.
Schuldbewusst starrte Spike nun
an die Decke des Zimmers und Everett wischte sich die letzen Lachtränen aus dem
Gesicht.
„Nun, leider wird ihn mein Vater
ganz sicher nicht hinauswerfen, auch wenn er es verdient hätte…“ brummte Liam
und rückte sich seinen Kragen wieder zurecht.
Erleichtert seufzte Buffy auf
und griff wieder nach ihrer schäbigen Reisetasche. Sie wusste nicht wohin, aber
sie musste endlich gehen, das war ihr klar.
„Wo willst du hin?“ Spike sah
missbilligend auf ihre Tasche und hatte sich ihr sofort in den Weg gestellt.
„Weg…“
„Du wirst nirgends hingehen.“
Irritiert sah sie kurz an ihm
hoch und pustete sich frustriert eine Strähne aus dem Gesicht.
„Das hast du mir nicht zu
sagen!“ schimpfte sie lauthals und schob sich an ihm vorbei aus dem Zimmer.
„Warte!“ fauchte er und hielt
sie schmerzhaft am Oberarm fest, doch sie schüttelte ihn einfach ab.
Er hörte das dröhnende Gelächter
seiner beiden engsten Verwandten hinter sich und kochte vor Wut.
„Verdammt, gut … dann heiraten
wir eben... nicht sofort, aber irgendwann und …“
„Und du bist ein Idiot Spike!“
unterbrach sie ihn wütend. „Hast du nicht verstanden? Ich werde nicht heiraten. Niemanden. Ich habe
mich in dich verliebt, ja. Aber ich bringe nichts als Ärger und ich will mir
erst einmal darüber klar werden. Ich werde dich anrufen.“ Damit stampfte sie an
ihm vorbei, das nun unterdrückte Gelächter im Hintergrund ignorierend.
„Aber …“ er startete einen
letzten Versuch sie aufzuhalten. Verdammt, das verlief alles nicht so wie er
gedacht hatte. Wenn er überhaupt nachgedacht hatte in den letzten Tagen. Sie hatten alle Recht, er war ein Idiot!
„Ich bin William!“
Gut, es war heraus und er versuchte so was wie ein Lächeln zustande
zu bringen. Jetzt würde sie sicher nicht mehr gehen wollen.
Die große Tasche plumpste auf
den Boden und sie drehte sich mit großen Augen zu ihm herum.
„Wie bitte?“ Übelkeit breitete
sich in ihrem Magen aus. Seine blendend weißen Zähne zeigend breitete er die
Arme ein wenig aus, er erwartete wohl, dass sie ihm um den Hals fiel.
Die roten Spuren ihrer Hand auf
seiner Wange leuchteten und immer noch starrte er zu der Stelle, wo sie bis vor
wenigen Minuten noch gestanden hatte. Erst das mitleidige Schulterklopfen
seines Bruders brachte ihn wieder zu Verstand.
Teil 9
„…. und jetzt suche ich sie
schon seit fast zwei Wochen.“
Zerknirscht saß der junge Mann
in dem freundlich eingerichteten Krankenzimmer und blickte verlegen auf den
Boden. Er hatte den älteren Mann nicht mit hineinziehen wollen, aber die
letzten Tage waren die Hölle gewesen.
Hank Summers trommelte mit
seinen Fingern auf der Tischplatte seines kleinen Schreibtisches, der in dem
schmalen Raum stand und starrte angestrengt aus dem Fenster.
Die Geschichte hätte ihn zum
Lachen gereizt, wenn es nicht um seine Tochter gegangen wäre und er überlegte
angestrengt, was er von der ganzen Angelegenheit halten sollte. Es ging ihm
schon wesentlich besser und die Ärzte gaben ihm eine sehr gute Prognose. Die
neuen Medikamente schlugen sehr gut an und er verfiel nicht mehr in die
schweren Depressionen. Er hatte immer nur das Beste für Buffy gewollt und sie
trotzdem im Stich gelassen.
Doch jetzt war es an der Zeit
einiges wieder gut zu machen und der Sohn seines Freundes schien zumindest
wirklich daran interessiert zu sein einiges wieder gerade zu biegen, was er
verzapft hatte.
Vorsichtig beugte er sich zu dem
jungen Mann mit der auffälligen Haarfarbe und klopfte ihm fürsorglich auf die
Schulter.
„Sie telefoniert täglich mit
mir, aber ich weiß nicht wo sie ist. Aber übermorgen ist der Geburtstag ihrer
Mutter und Buffy hat es nie versäumt an diesem Tag frische Blumen auf das Grab
zu bringen.“
Nun, es war nicht sicher, dass
sie es diesmal auch tun würde, aber es war eine Chance und dankbar schüttelte
Spike dem ältern Mann die Hand.
„Mr. Summers, ich…“
„Schon gut mein Junge.“
flüsterte der Ältere und winkte ab. „Ich war auch mal jung und verliebt. Mach ihr
nur nie wieder Kummer, hörst du?“
****
Tief durchatmend trat Buffy an
das schlichte Grab heran und legte den Strauß bunter Blumen auf den flach
eingelassenen Stein.
„Happy Birthday, Mum“ flüsterte
sie kaum hörbar und hockte sich dann direkt davor um, wie jedes Jahr, eine
stumme Zwiesprache mit ihr zu halten. Schon immer war es ein Ritual gewesen und
als sie noch jünger war, hatte sie sich eingebildet, dass ihre Mutter ihr
antworten würde. Der Friedhof lag idyllisch zwischen riesigen alten Eichen gelegen,
abgeschirmt vom Straßenlärm und schlecht einsehbar.
Sie liebte den Geruch von
frischer Erde und die Stille, denn nur wenige Menschen waren hier unterwegs,
meist ebenfalls mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt und so registrierte auch
niemand, wie sie nur da saß und mit der Hand über den rauen Stein strich.
Sie seufzte tief auf und
blinzelte in die untergehende Sonne, die alles in ein rötliches Licht tauchte
und eine friedvolle Stimmung verbreitete.
„Mummy, was soll ich nur machen?
Ich wollte Abstand gewinnen, aber er geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Und
dabei ist er ein selbstsüchtiger, arroganter, blöder Arsch – Entschuldigung.“
Sie wusste, dass ihre Mutter nie gerne Flüche gehört hatte und starrte weiter
angestrengt auf den Grabstein.
Der Schatten der Blätter auf den
Bäumen warf ein flirrendes Licht darauf und der eingravierte Engel schien sie
beinahe anzuzwinkern, was ihr ein Lächeln über die Lippen huschen ließ.
„Ich wünschte du wärst hier und
ich könnte mit dir reden. Daddy geht es besser, sogar viel besser! Und heute
habe ich gesehen, dass die ersten Renovierungsarbeiten an Clearwater begonnen
haben. Mr. Montgomery ist ein furchtbar netter Mensch und es tut weh, dass ich
ihn so enttäuscht habe. Aber er sagt, er wäre nicht böse auf mich. Ich habe
gestern mit ihm telefoniert und er meinte William wäre seit über einer Woche
verschwunden. Vermutlich ist er froh, dass ich abgehauen bin. Oh, ich war ja so
dumm gewesen. Verliebe mich gleich Hals über Kopf und dann auch noch in einen
der Söhne von Everett, aber genau in den, der mich eigentlich nie wollte.
Schönes Spiel, was er da mit mir getrieben hat.“
Das Schattenspiel ließ den
kleinen Engel jetzt seinen Kopf schütteln und missmutig rupfte Buffy ein wenig
Unkraut von dem ansonsten gepflegten Grab.
„Mummy, was würdest du mir
raten?“
„Wahrscheinlich würde sie dir
sagen, dass du dem arroganten, selbstsüchtigen, blöden Arsch in den Hintern
treten sollst, aber vermutlich hat er nicht einmal das mehr verdient.“
Erschrocken sprang sie auf und
drehte sich um, sie hatte nicht bemerkt, dass sich jemand genähert hatte.
„Spike“ keuchte Buffy und hob
abwehrend ihre Hände hoch.
„Darf ich mit dir reden?“
Nein, schrie alles in ihr und ihr Herz drohte aus dem Hals zu
springen. Am liebsten hätte sie ihn umarmt, aber sie verbot es sich selbst und
rümpfte nur ihre Nase um ihre Missbilligung zu zeigen.
„Dein Dad hat mir gesagt, dass
ich dich hier finden kann“ entschuldigte er sich und fuhr sich nervös mit der
Hand durch die Haare. Er war so froh gewesen, als sie endlich aufgetaucht war
und hatte sich trotzdem zunächst einfach hinter dem Baum versteckt, weil er
nicht gewusst hatte, was er sagen sollte. Seine ganze vorbereitete Rede war wie
ausgelöscht und das einzige, was er wollte war, sie über die Schulter werfen
und ins nächste Motel zu bringen um die nächsten paar Tage nicht mehr
aufzutauchen.
„Du warst bei meinem Vater?“
Entsetzt riss sie ihre Augen weit auf. „Hast du ihm etwa…?“
„Ja, er weiß alles und …
verdammt Buffy, mach es mir nicht so schwer. Ich habe dich überall gesucht und
bin fast verrückt geworden, weil ich dich nicht finden konnte. Komm mit mir mit
nach Hause – bitte.“
Er hatte sie gesucht! War gar nicht durchgebrannt wie sein Vater
vermutet hatte. Aber so einfach wollte sie es ihm nicht machen, auch
wenn alles in ihr danach schrie ihm um den Hals zu fallen.
„Warum sollte ich?“ begehrte sie
auf und versteckte ihre zitternden Hände hinter ihrem Rücken.
„Na weil, weil … weil...“
„Weil?“
„Mika dich vermisst.“
„Ach…“ Sie konnte sich ein
Lächeln kaum noch verkneifen, da sie genau wusste, dass es dem Welpen gut ging,
Everett hatte es ihr versichert.
„Und mein Vater macht sich
Sorgen.“
„Tut er das?“
„Und Liam braucht endlich wieder
jemanden, den er im Schach besiegen kann.“
„Nun, das sind ja wirklich
verdammt gute Gründe“ gluckste sie und biss sich auf die Zunge. „Und was ist
mit Giles und Mrs. Bridges? Mit Cordelia?“
„Giles ist todunglücklich, weil
niemand sonst seinen englischen Tee trinkt, und Mrs. Bridges denkt du bist ohne
sie zu Haut und Knochen abgemagert und Cordy…“
Gekonnt interessiert sah Buffy
zu ihm herüber und sah wie es verdächtig um seine Mundwinkel zuckte. Sie wusste
genau, dass Miss Chase sie nicht leiden konnte und sie ganz sicher nicht
vermisste.
„…äh … Cordy meint jetzt freie
Bahn zu haben und macht meinem Bruder schöne Augen, weil du nicht mehr da
bist.“
Nun, das war nichts Neues, sie
hatte die Blicke gesehen, welche die Sekretärin Liam zuwarf, wenn er nicht
hinsah, aber Buffy spielte das Spiel mit.
„Das kann ich natürlich nicht
zulassen“ meinte sie gespielt empört und straffte sich. „Vielleicht sollte ich
wirklich mitkommen. Liam und ich könnte noch einmal von vorne anfangen und…“
„Buffy…“ seine Stimme klang
bedrohlich, aber sie hatte keine Angst, sondern lächelte nur. Sie hatte ihn
genau da, wo sie ihn haben wollte.
„Aber das ist natürlich
Schwachsinn. Ich werde selbstverständlich nicht mitkommen. Vielen Dank für den
netten Vorschlag Spike, richte allen meine Grüße aus.“
Damit drehte sie sich betont
langsam weg und ballte ihre Hände zu Fäusten, als sie den Weg Richtung Ausgang
einschlug.
„Verdammter Mist, Buffy, bleib
stehen“ brüllte er ihr hinterher, doch sie ignorierte ihn und trat tapfer einen
Schritt vor den anderen bis er sie eingeholt hatte, nach ihr griff und sie zu
sich herumdrehte.
„Also gut: ich vermisse dich,
ich will dass du zurückkommst und verflucht noch mal, ja, ich habe mich auch
verliebt und möchte noch einmal neu anfangen. Reicht das?!“
Lächelnd verdrehte Buffy ihre
Augen und tat als ob sie überlegen müsste.
„Hmmm … mal sehen. Für den
Anfang nicht schlecht. Aber kannst du das ganze bitte noch einmal langsam und
leise wiederholen und dabei die ganzen Flüche weglassen?“
Doch weiter kam sie nicht, da er
sie bereits an sich gerissen hatte und heftig seine Lippen auf ihre presste bis
sie nachgab und seiner Zunge Einlass gewährte.
Minuten später löste er sich
wieder keuchend von ihr und registrierte ihr enttäuschtes Seufzen. Ihr Mund war
gerötet und ihre Haare zerzaust und wenn sie nicht augenblicklich hier wegkamen
würden die wenigen Friedhofsbesucher Zeuge eins nicht gerade schicklichen
Schauspiels werden.
Eng aneinandergepresst
erreichten sie sein Motorrad und er gab ihr fürsorglich seinen Helm als sie
hinter ihm aufsaß und ihre Arme um seine Mitte schlang. Sie hatte nicht den
Hauch einer Ahnung, ob er jetzt mit ihr zurück nach Sunnydale oder bis nach
Alaska fahren würde, aber das war ihr auch egal. Momentan genoss sie nur noch
das Gefühl Millionen tanzender Schmetterlinge in ihrem Bauch und dem stummen Versprechen
das alles wieder gut würde.
Epilog:
Atemlos erreichten sie das
Zimmer in dem kleinen Hotel und kichernd ließ sie zu, wie Spike sie hochhob und
auf das breite Bett warf, bevor er begann langsam aber zielsicher das enge
Kleid mit den vielen winzigen Knöpfen aufzumachen.
„Verdammt, gab es das nicht mit
Reißverschluss?“ fluchte er und Buffy strich ihm über die zersausten Haare.
„Gut, ich werde beim nächsten
Mal dran denken“ kicherte sie und stöhnte auf, als er ihr mit der Zunge über
den Halsansatz fuhr.
„Beim nächsten Mal?“ Skeptisch
zog er seine Brauen zusammen und starrte böse auf sie herunter. „Es gibt kein
nächstes Mal, dass das klar ist. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich dich
diese Woche aus dem Zimmer lasse und wenn ich mit dir fertig bin, wirst du nie
wieder auch nur einen Mann ansehen können ohne an mich zu denken.“
„Du bist ganz schön eingebildet,
weißt du das?“ Sie versuchte ihrer Stimme einen empörten Ausdruck zu geben, was
aber nicht ganz gelang, da er sein Hemd ausgezogen hatte und sie einen
fantastischen Ausblick auf seinen wohlgeformten Oberkörper bekam.
Was für andere Männer meinte er überhaupt? Ihre
Nägel fuhren sanft über seine Haut und mit einem ungeduldigen Knurren riss er
an ihren Sachen, dass die winzigen Perlmuttknöpfe nur so durch das Zimmer
sprangen. Hastig half sie ihn aus dem störenden Stoff zu kommen, zu sehr sehnte
sie sich danach endlich seine Hände auf ihr zu spüren.
Es war ein Wunder, dass sie es
überhaupt bis auf ihr Zimmer geschafft hatten, doch ihr Verstand setzte erneut aus,
als seine Zunge eine feurige Spur bis hinunter zum Zentrum ihrer Lust zog, das
schon heiß und willig auf ihn wartete.
Sunnydale zur gleichen Zeit
„Buffy hat eine Karte
geschrieben. Er hat sie gefunden und es geht ihnen gut.“ grinste Everett und
gab Liam die bunte Fotografie mit den wenigen Zeilen.
Der dunkelhaarige junge Mann las
und verzog seine Lippen zu einem breiten Grinsen. „Vegas? Das sieht unserem
William ähnlich. Was meinst du, wann sie hier wieder auftauchen werden?“
Sein Vater gluckste amüsiert und
schenkte sich und seinem Ältesten einen doppelten Brandy ein.
„Wenn er schlau ist, lässt er
sich noch ein paar Wochen Zeit. Aber dann wird er sich ganz schön umstellen
müssen. Ich habe vor ihn ordentlich mit Arbeit zu versorgen, immerhin beginnt
er ja Verantwortung zu zeigen.“ zwinkerte er ihm zu und Liam prostete mit
seinem Glas in die Luft. „Auf unsere Turteltäubchen“ lachte er und trank es in
einem Zug leer.
Erschöpft brach Buffy auf ihm
zusammen und ließ den Orgasmus langsam ausklingen. Sie fühlte sich verschwitzt,
aber glücklich und streichelte sanft über Spikes Schultern.
„Wie wäre es jetzt mit einer
Dusche Mr. Montgomery?“ fragte sie leise und ließ zu, dass er sie fest an sich
zog.
„Das wäre der dritte Anlauf“
meinte er trocken und hob ein Lid, um in ihre immer noch glasigen Augen zu
sehen.
Naserümpfend wand sie sich aus
seinen Armen und stand schwerfällig aus dem Bett auf.
„Außerdem habe ich Hunger, wir
könnten uns etwas zu Essen kommen lassen.“
„Hm.“ Er legte sich auf die
Seite, sah zu wie sie sich einen der bereitgelegten Bademäntel schnappte und
dann im angrenzenden Bad verschwand. Er lauschte wie das Wasser anfing zu
rauschen und hörte die Tür der Duschkabine klappern, als sich ebenfalls aus dem
Bett schwang.
Er griff nach dem Hörer und
wählte eine Nummer um etwas Essbares zu bestellen, legte auf und ging dann
lächelnd hinüber zum Bad.
Einige Zeit später klopfte der
Kellner zaghaft an der Tür zu der Suite.
„Mr. und Mrs. Montgomery? Ihre
Bestellung!“
Eine Weile lauschte er und wurde
dann rot, als er bemerkte um was es für Laute sich da handelte. Also ließ er
den kleinen Serviertisch einfach stehen und machte sich schnell wieder davon…
Ende